Das Schmißberger Schlachthaus wurde zu einem Treffpunkt für Jung und alt umgebaut. Die neue Dorfwirtschaft erfreut sich größte Beliebtheit. Zudem ist das Schlachthaus Ausdruck einer Aufbruchsstimmung, die in Schmißberg herrscht.
vom 14. Juli 2014 I Rudi Weber
Das Schmißberger Schlachthaus in der "Hohen Wiese" im Jahr 2020.
Dem heutigen Schlachthaus als Dorfwirtschaft in Schmißberg gingen jahrelange Planung und wie in Schmißberg üblich viel Eigenleistung voraus. Dazu zählten vor allem die Neugestaltung des Dorfplatzes in der „Hohen Wiese“ Zudem der Umbau des ehemaligen Schlachthauses. Erst im Juli 2009 war alles fertig.
2005 / 2006 war die Schmißberger Dorfgemeinschaft in eine Krise geraten. Ausdruck dessen, war die Einstellung der Schmißberger Kirmes. Das seit Jahrzehnten bewährte ehrenamtliche Engagement ging zurück.
Es galt die über Generationen tragende sehr gute Zusammenarbeit im Dorf wiederzubeleben. „Jede Vision braucht aber möglichst konkret fassbare Identifikationspunkte. Der Plan bestand darin, einen sehr ansprechenden Dorfmittelpunkt zu gestalten und dabei das seit dem Aussterben der Landwirtschaft an einen Metzger verpachtete alte Schlachthaus um Sanitäranlagen zu erweitern und in sehr gemütlichem Stil zu renovieren, um es so wieder für die Dorfgemeinschaft nutzbar zu machen. Die Angebote sollten der Kommunikation untereinander sowie der Entspannung dienen –und zwar nicht in überdimensionierten Kirmesveranstaltungen, sondern in attraktiven Angeboten, die mit großer Verlässlichkeit stattfinden, damit neue Strukturen, aber auch neue ehrenamtliche Helfer, wachsen können.“ (Rudi Weber, Ein Dorf findet zu sich selber, in: Heimatkalender des Landkreises Birkenfeld 2012, S. 83)
In Anwesenheit von Verbandsgemeindebürgermeister Dreyer, dem für Bau- und Dorferneuerungsfragen zuständigen Mitarbeiter der VG, Herbert Leyser sowie Kurt Schuldes von der Kreisverwaltung Birkenfeld, wurde in der Gemeinderatssitzung am 27. November 2011 beschlossen, die Neugestaltung des Dorfmittelpunktes in Angriff zu nehmen.
Rund 18.000 Euro des insgesamt 103.000 Euro teuren Projektes wurden so durch mehr als 3.000 freiwillige Arbeitsstunden von Bürgern und Bürgerinnen der Gemeinde aufgebracht. Etwa 56.000 Euro kamen als Zuschuss des Landes Rheinland-Pfalz. Die Kreissparkasse Birkenfeld steuerte 7.000 Euro bei. Die Schmißberger „Dorfschmiede“ spendete 2.000 Euro. 20.000 Euro mussten aus Rücklagen der Gemeinde entnommen werden.
An Baufirmen aus der Region wurden Aufträge vergeben. Darunter unter anderem die Neugestaltung der Freifläche vor dem Schlachthaus. Der gut erhaltene etwa 2,50 Meter lange Brunnen aus Sandstein steht hier im Zusammenspiel mit dem gusseisernen Laufbrunnen. Der wiederum steht an der gegenüberliegenden Seite des Platzes.
Der Teer wurde entsorgt, Pflaster verlegt. Zudem Sandsteinquader für das halbrunde Sitzmäuerchen herangeschafft. Ein Teil der Einfriedung wurde dem Abfallwirtschaftsbetrieb quasi von der Baggerschaufel gerissen. Finanziell war das ein Schnäppchen.
Neben den Blumen sowie Sträuchern belebt ein kleines Bächlein den Platz als beliebter Spielplatz für die kleinen Schmißberger. Ein Bouleplatz lädt ebenfalls zum Verweilen ein.
Der Dorfplatz sowie das ehemalige Schlachthaus stellen heute einen Treffpunkt dar, den niemand mehr missen möchte. Auch auswärtige Gäste sind herzlich willkommen, um beispielsweise Familienfeiern im Schlachthaus abzuhalten.
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