Lothar Weber ist Imker und besitzt 25 Bienenvölker. Das können im Sommer bis zu 1.5 Millionen Bienen sein. Viele davon leben auf dem Schmißberger Stabsberg. Dort hat Weber jetzt auch Honig geerntet.
vom 17. August 2021
“Summ, Summ, Summ”, sagen die Schmißberger Bienen,
als Lothar Weber eine Bienenwabe aus einem ihrer Kästen zieht, in dem die Bienen leben. Die schwarz-gelben Insekten schwirren zu Tausenden um den Kasten herum. Weber trägt einen Schutzanzug mit einem Visier, damit er nicht gestochen wird.
Es ist das letzte Mal in diesem Jahr, dass sich der Niederhambacher Imker in seinen Schutzanzug wirft, auf den Schmißberger Stabsberg fährt und die Waben einsammelt. Die haben seine Bienen teilweise mit Honig gefüllt, es ist die sogenannte Sommertracht. Das Bienenjahr geht dem Ende zu.
Die Wabe ist nur in Teilen gefüllt, dennoch waren Webers Bienen fleißig.
Für Weber, der zweimal im Jahr, nämlich im Frühjahr und im Sommer erntet, hätte es besser laufen können. „Von der Erntemenge her, war es das schlechteste Jahr in meinen 13 Jahren als Imker.“
Witterung war nicht gut für Bienen
Weber schätzt, dass er dieses Jahr bis zu zwei Drittel weniger Honig geerntet hat als in den vergangenen Jahren. Das heißt: Am Ende hat Weber statt 30 bis 40 Kilogramm pro Bienenvolk nur 10 bis 15 Kilogramm.
„Bienen mögen es eigentlich trocken und warm. In diesem Jahr war es aber überwiegend nass und kalt, sowohl im Frühjahr als auch im Sommer“, sagt er.
Der Bienenlehrpfad befindet sich auf dem Schmißberger Stabsberg.
Lothar Weber entnimmt die Waben aus dem Bienenkasten.
Doch Weber hat Glück im Unglück. Seine Bienen haben den vergangenen Winter gut überstanden. Er ist mit einer gut aufgestellten Mannschaft in die Saison gestartet. Das habe den Totalausfall verhindert, sagt er. „Es gibt Imker-Kollegen, die haben in diesem Jahr gar nichts geerntet.“
Insgesamt elf Völker des Imkers leben auf dem Schmißberger Stabsberg und sie haben gearbeitet. Den Honig haben die Tiere in die einzelnen Zellen der Waben gelegt, sie danach mit Wachs verschlossen – eine filigrane und intelligente Arbeit, denn dadurch hält sich der Honig.
Bienen-Waben werden „entdeckelt“ und „geschleudert“
Nach dem der Imker, der auch Völker in Niederhambach und bei Elchweiler unterhält, die Waben eingesammelt hat, beginnt er damit, den Honig aus den Waben zu nehmen. Dazu öffnet Weber zunächst die von den Bienen filigran geschlossenen Zellen der Wabe – „entdeckeln“ nennen die Fachmänner diesen Schritt.
Anschließend wird die Wabe in einer Zentrifuge geschleudert, der Honig tropft heraus, wird gesiebt. Der Honig wird danach mehrere Tage umgerührt. „Dadurch wird er schön cremig“, sagt Weber.
Erst werden die Waben „entdeckelt“ (links) und danach „geschleudert“ (rechts).
Vermarktung von Schmißberg-Honig denkbar
Die Honig-Creme wird danach unter 15 Grad gelagert, dann wieder erwärmt und in 500 Gramm Gläser umgefüllt – fertig ist der Honig. In Zukunft, sagt Weber, könnte es auch eine Schmißberg Edition geben.
In ein solches Glas wird der Honig eingefüllt, bald könnte auf dem Etikett auch das Wappen von Schmißberg aufgedruckt sein.
„Wir könnten den Honig dann Stabsberg-Honig nennen.“
Lothar Weber, Imker aus Niederhambach
Die Schmißberger Bienen jedenfalls finden die Idee gut, sagen sie: “Summ, Summ, Summ.”
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