Dorfchronik

Die „Alte Schule“: Wo früher Pauker wohnten und Schüler lernten, wird heute Urlaub gemacht

Dort wo einst die Pauker wohnten und Kinder lernten, wird heute Urlaub gemacht. Tom Sessa hat in der „Alten Schule“ zwischen Schmißberg und Elchweiler Ferienwohnungen eingerichtet.

vom 5. Februar 2024 I von Tom Sessa

Die "Alte Schule" von Schmißberg.

Dieser Text ist zu erst in der Schmißberger Dorfchronik „Schmißberg 1367 bis 2022“ erschienen.

Nachdem im Jahr 1963 die letzten Schüler unterrichtet worden waren, ging kurz darauf das Haus in den Privatbesitz von Frau Conrath und ihrem Lebensgefährten Herrn Kausch über. Lehrerwohnung, Landwirtschaftstrakt und Dachgeschoss inklusive Heuspeicher wurden ausgebaut; eine Garage und ein Schwimmbad wurden errichtet.


Dorfchronik

Dieser Artikel ist Teil der im Herbst 2022 erschienenen Schmißberger Dorfchronik „Schmißberg 1367 bis 2022“. Die Chronik mit mehr als 230 Seiten kann zum Preis von 23 Euro bei Ortsbürgermeister Rudi Weber (06782 – 40439) erworben werden.


Zu einem späteren Zeitpunkt mietete sich die Kreisverwaltung ein und nutzte Teile der Räumlichkeiten als Unterkunft für Kriegsflüchtlinge, unter anderem aus Vietnam und Bosnien-Herzegowina. Im Jahr 2000 kauften Sonja und Orlando Sessa das Haus von Frau Conrath, die mittlerweile alleine dort lebte. Sie hatte auch nach dem Verkauf lebenslanges Wohnrecht, verstarb jedoch nach kurzer Zeit.

Große Renovierungsarbeiten begannen und wurden mit dem ersten Platz beim Wettbewerb „Vorbildliches Anwesen“ des Landkreises Birkenfeld im Jahr 2012 gekrönt. Unter anderem gab die Nutzung eines Teils des Gebäudes als Ferienwohnung den Ausschlag für die Auszeichnung.

Die „Alte Schule“ zwischen Schmißberg und Elchweiler gewann 2012 den 1. Platz als „Vorbildliches Anwesen“.

Im gleichen Jahr zogen Sonja und Orlando Sessa, in die „Alte Schule, die auf Elchweilerer Gemarkung liegt. Im Jahr 2016 zogen sie zurück nach Schmißberg. Seither wohnt Tom Sessa in einem Teil der Lehrerwohnung, dem ehemaligen Klassensaal und dem Pausenraum.

Die im Erdgeschoss befindliche Ferienwohnung wurde um zwei Räume vergrößert und die Wohnung im Dachgeschoß wurde ebenfalls zur Ferienwohnung umgebaut. Das Gelände wurde an die Bedürfnisse der Urlauber angepasst. Mit zwei sogenannten Pods entstanden weitere Schlafgelegenheiten in kleinen Holzhäusern. Die ehemaligen Schultoiletten wurden umgebaut und sind nun Toilette und Dusche für die Gäste der Pods. Das Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten profitiert von der Nähe des Naturerlebnispfades „Im Land von Milan, Storch und Co.“. Ebenso von der Radlustschleife „Eisenmacher“ sowie von dem Nahe-Radweg. Die Ferienwohnungen werden sehr gut angenommen und bis jetzt wurden Gäste aus etwa 36 Ländern der ganzen Welt beherbergt.


Disclaimer – Dorfchronik

Die im Herbst 2022 erschienene Schmißberger Dorfchronik stellt eine beeindruckende Lektüre dar. Die Dorfchronik erhellt nicht nur die Geschichte Schmißbergs ab der ersten urkundlichen Erwähnung 1367, sondern behandelt auch die zahlreichen archäologischen Funde aus keltischer und insbesondere auch aus römischer Zeit. Florian Tanz vom Fachbereich Klassische Archäologie der Uni Trier stellt in der Schmißberger Dorfchronik beispielsweise in einem reich bebilderten Aufsatz die Forschungsgeschichte und die zahlreichen Befunde aus dem heutigen Schmißberger Umfeld dar.

Dorfchronik behandelt auch gesellschaftliches Leben

Daneben enthält die Dorfchronik aber auch zahlreiche Texte von Schmißbergerinnen und Schmißbergern, die das gesellschaftliche Leben der Gemeinde in der Vergangenheit und der Gegenwart abbilden. Darunter beispielsweise Berichte über die Feste in der Gemeinde sowie der Umbau des Schmißberger Schlachthauses in eine Dorfkneipe.

Die Arbeiten an der Schmißberger Dorfchronik dauerten etwas zwei Jahre. Das Buch ist während der Dorfmoderation und der Corona-Pandemie entstanden, was ein Arbeiten in Präsenz erschwerte. Herausgeber der Dorfchronik ist der Verein für Heimatkunde im Landkreis Birkenfeld.

Das Cover der Schmißberger Dorfchronik

Die Dorfchronik mit mehr als 230 Seiten kann zum Preis von 23 Euro bei Ortsbürgermeister Rudi Weber (06782 – 40439) aber auch per Mail unter info@schmissberg.de erworben werden.


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