Dorfchronik

Die Schulchronik von Elchweiler-Schmißberg 1884 bis 1968

In den Schulen wurde früher nicht nur gelehrt, sondern auch Geschichte geschrieben. Die Schulchronik der damaligen Gemeinde „Elchweiler-Schmißberg“ liefert Informationen zu wichtigen historischen Ereignissen und dessen Auswirkungen auf die Gemeinden.

vom 3. Februar 2024 I von Adolf Grub

Schulausflug an den Rhein am 22. Juni 1922.

Dieser Text ist zu erst in der Schmißberger Dorfchronik „Schmißberg 1367 bis 2022“ erschienen.

Die Schulchronik von Elchweiler-Schmißberg liegt in zwei Bänden vor. Der 1. Band enthält die Einträge des jeweiligen Lehrers für die Zeit von 1884 bis 1940, der 2. Band die von 1941 bis 1965. Wenn auch der Titel des 1. Bandes: „Schulchronik für die Schule zu Elchweiler, 1884 bis 1940“ lautet, so ist aber dennoch festzuhalten, dass von Anfang an eine Schulgemeinschaft der beiden Dörfer bestand, nicht jedoch eine politische Zusammengehörigkeit. Diese wurde 1933 unter Zwang im Dritten Reich vollzogen. Erst mit Wirkung ab 1. Januar 1962 gibt es wieder zwei selbstständige Gemeinden.

Panoramabild von Schmißberg etwa 1965, ganz links die „Alte Schule“.

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf die Schulgemeinschaft der beiden Dörfer, was die Entwicklung des Dorfes Schmißberg angeht, wird diese im Kapitel: „Das Dorf Schmißberg im Spiegel der Schulchronik“ dargestellt. Bezüge zu Elchweiler sind in diesem Kapitel enthalten.

1884: Regierung machte Vorgaben für Schulchronik

Wie für alle Schulen im Fürstentum Birkenfeld ordnet die Großherzogtum Oldenburgische Regierung in Birkenfeld am 1. März 1884 auch für die Volksschule Elchweiler-Schmißberg an, dass von den jeweiligen Lehrern eine Schulchronik zu führen ist. Was einzutragen ist, wird in sehr detaillierter Weise angeordnet.

Auch für Elchweiler-Schmißberg gilt wie für andere Chroniken, dass die Einträge von den Lehrern sehr unterschiedlich in ihrer Länge und Qualität ausfallen. Erfreulich für die vorliegende Chronik ist, dass auch Einträge für die Zeit von 1933 bis 1945 erhalten sind und nicht, wie in anderen Schulchroniken „entnazifiziert“, das heißt Blätter herausgerissen wurden.

Auf dieser Seite wird das Schreiben der Großherz. Oldenburgischen Regierung des Fürstenthums Birkenfeld vom 1. März 1884 wiedergegeben.

Simultanschule Elchweiler-Schmißberg 1965 aufgelöst

Als 1965 die einklassige christliche Simultanschule Elchweiler-Schmißberg mit Schreiben der Bezirksregierung Koblenz vom 6. September 1965 aufgelöst und dem Schulbezirk der evangelischen Bekenntnisschule Birkenfeld zugewiesen wurde, mussten die Kinder der beiden Dörfer nach Birkenfeld fahren.


Dorfchronik

Dieser Artikel ist Teil der im Herbst 2022 erschienenen Schmißberger Dorfchronik „Schmißberg 1367 bis 2022“. Die Chronik mit mehr als 230 Seiten kann zum Preis von 23 Euro bei Ortsbürgermeister Rudi Weber (06782 – 40439) erworben werden.


Die Schulchroniken mussten abgegeben werden, die Chronik von Elchweiler-Schmißberg wurde in der Hauptschule in Birkenfeld archiviert. Der damalige Schulleiter Herbert Heß hielt zum Beispiel mit Datum vom 2. März 1993 147 beschriftete Seiten des 1. Bandes fest. Einige Ortsgemeinden wollten die Schulchronik ihres Dorfes selbst aufbewahren. Der Verein für Heimatkunde im Landkreis Birkenfeld bemüht sich, möglichst für alle Chroniken eine Kopie in seinem Museum in Birkenfeld zu archivieren, stellen doch die Schulchroniken wichtige historische Quellen dar. Außer den Texten tragen auch Fotos und Zeitungsausschnitte zu ihrem Wert bei.

Die Schulchronik von Elchweiler-Schmißberg erlaubt uns nicht nur Einblicke in die Entwicklung der Schule sondern auch in die Geschichte der beiden Dörfer. Die einzelnen Kapitel können unabhängig voneinander gelesen werden, die Ausführungen zur Schulchronik sind sozusagen Beiträge zu einem Nachschlagewerk.

Das Dorf Schmißberg im Spiegel der Schulchronik

Lehrer Crummenauer konzentriert sich zu Anfang der Schulchronik zunächst auf die Beantwortung von Punkt IV. 1–7 des Schreibens der Regierung vom 1. März 1884. Gleiches gilt für Punkt V.1–7. In Punkt V. 8 erwähnt er, wie gefordert, nur kurz „(…) für das Wachsthum und Gedeihen der bürgerlichen Gemeinde und das kirchliche Leben wichtige Vorkommnisse (…)“ . (Chronik I, S. 2).

Crummenauer berichtet, dass beide Dörfer fünf Minuten vom Schulhaus entfernt sind und dass nach der letzten Volkszählung in Elchweiler 104, in Schmißberg 71 „Seelen“ lebten. Die Einwohner der beiden Dörfer sind fast ausschließlich evangelisch, es gibt nur eine katholische Familie. Schulträger der von Anfang an bestehenden Schulgemeinschaft, auch „Schulacht“ genannt, sind beide Dörfer. „Schmißberg: Dorf in der Nähe von Birkenfeld, mit 64 Einw.“ (August Erich Julius Barnstedt: „Geographisch-historisch-statistische Beschreibung des Großherzoglich Oldenburgischen Fürstenthums Birkenfeld, Birkenfeld 1845“, Seite 308 für die Zeit vor 1884).


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Dieser Artikel ist Teil der im Herbst 2022 erschienenen Schmißberger Dorfchronik „Schmißberg 1367 bis 2022“. Die Chronik mit mehr als 230 Seiten kann zum Preis von 23 Euro bei Ortsbürgermeister Rudi Weber (06782 – 40439) erworben werden.


Lehrer notieren beispielsweise Einwohnerzahlen von Schmißberg

Bereits zwölf Jahre früher schreibt Barnstedt, Amtmann in Oberstein „Schmisberg: kleines Dorf unweit Birkenfeld, aber nach Niederbrombach eingepfarrt, mit 11. H. (Häusern) und 65 evang. E. (Einwohnern), von den Gemarkungen der Dorfschaften Rimsberg, Birkenfeld, Niederbrombach, Burbach und Elchweiler umgeben.“ („Versuch einer kurzen statistisch-topographischen Beschreibung des Großherzoglich Oldenburgischen Fürstenthums Birkenfeld, Birkenfeld 1833“, Seite 12)

Ludwig Kohli vermerkt in seinem „Handbuch einer historisch-statistisch-geographischen Beschreibung des Herzogthums Oldenburg samt der Erbschaft Jever, und der beiden Fürstenthümer Lübeck und Birkenfeld, Bremen 1826. Bei Wilhelm Kaiser.“ (Seite 184) Zum Kirchspiel Niederbrombach: 13. Schmisberg, 71 E. (Einwohner), halbe Stunde von Birkenfeld.“

Ausführlichere Informationen finden sich bei Heinrich Baldes: „11. Schmißberg. Schmißberg, Dörfchen in Brgrmstr. Brombach, nordöstlich Birkenfeld gelegen, 73 E. (ev.), 168 ha“ (Geschichtliche Heimatkunde der Birkenfelder Landschaft. Von der Urzeit bis 1817 nebst einer geschichtlichen Ortskunde, Reprint der Originalausgabe von 1923 mit einem Nachtrag von H. Peter Brandt mit 72 Abbildungen, Karten, Grafiken und Tabellen, Birkenfeld 1999, Sonderband 65 der Mitteilungen des Vereins für Heimatkunde im Landkreis Birkenfeld, Seite 367).

1770: Schmißberg hatte Grenzstreitigkeiten mit Gollenberg

Im Bezirk Hunsrücken wurde, westlich vom Salingshof, ein römisches Grab mit Beigaben gefunden. (Birkenfelder Katalog, Seite 109) 1438 zahlte zu Schmißberg Gerbods Erbe (von fünf Erben) den Sponheimer Grafen 1⁄2 Ml. Korn. (Baldes, ibd. S. 87). Der Ort gehörte damals und später zu Pflege und Kirchspiel Brombach. Schmißberg stößt mit seiner Gemarkung an die Römerstraße Glan-Nohen-Mosel und stritt daher 1605 an der Seite Elchweilers gegen Birkenfeld um die Waldberechtigung im Walde Wasserschied bis zur „Mauer“, der alten Römerstätte. (Baldes, ibd. S. 367 s. unter 12. Elchweiler)

1770 hatte die Gemeinde Grenzstreitigkeiten mit Gollenberg und Birkenfeld (s. Amtsprotokolle). Ortsgeschichtlich beachtenswert sind die Flurnamen in Fl. 1 Schäferswiese, Dorf, Weitzenfelder, Im Känel, Mauer, Gaß, Fl. 2f. Hundsrücken, Fl. 4 Heidendell, Krausberg in einer erhaltenen Flurkarte von 1767.

Im Landesmuseum kommen noch vor Krausberg in Fl. 4 Aufm Galgenhübel, in Fl. 5 Hey Mauer, Fl. 6 Herrschaftlich Zinsland, Gemeindeland nach Elchweiler gehörig, am Hagenborn auf Birkenfelder Bann unfern der Kreuzung der Römerstraße mit dem alten Wege Birkenfeld-Elchweiler. Schmißberg hatte Haushaltungen 1438: 1, 1465: 2, 1563: 7, 1607: 12 (1641: 7 nach Amtspr.), 1655: 5, 1688: 5, 1723: 7, 1759: 14, 1766: 16, 1772: 16, 1910: 13, Einwohner 1723: 39, 1790: 64 (Fabric., Dt. Gschbl. S. 66f.), 1815: 58, 1832: 65, 1845: 64.

Bürgermeister, damals „Schöffe“ genannt, waren 1885: Mayer, Schmißberg und Brenner, Elchweiler.


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Dieser Artikel ist Teil der im Herbst 2022 erschienenen Schmißberger Dorfchronik „Schmißberg 1367 bis 2022“. Die Chronik mit mehr als 230 Seiten kann zum Preis von 23 Euro bei Ortsbürgermeister Rudi Weber (06782 – 40439) erworben werden.


Lehrer unterteilten Informationen in Kapitel

In eigens ausgewiesenen Kapiteln werden Schulhaus, Lehrer, Schüler, Unterricht, Krankheiten, besondere Ereignisse dargestellt. Gerade bei dem letzten Punkt wird deutlich, dass Schmißberg in die „Große Weltgeschichte“ eingebettet ist. Sichtbar wird dies an Einträgen zu lokalen, regionalen und überregionalen Wahlen, den Geburtstagen der jeweiligen Herrscher oder auch den Berichten über deren Familien. An diesen Tagen fand meist auch kein Unterricht statt. Einschneidende Ereignisse waren vor allem auch die beiden Weltkriege und die Politik der jeweiligen Epoche.

  • Volkszählung vom 1. Dezember 1900: Schmißberg: 61 Einwohner (Elchweiler: 93 Einwohner)
  • Volkszählung vom 1. Dezember 1905: Schmißberg: 67 „Seelen“ (Elchweiler: 97 „Seelen“)
  • 25. Juni 1903 – Reichstagsstichwahl: Gewählt wurde in Schmißberg und Elchweiler der Kandidat des Bauernbundes, es gab, was besondere Erwähnung erfuhr, zwei sozialdemokratische Stimmen. Im Fürstentum war der Kandidat der freisinningen Volkspartei, Oberamtsrichter Bergmann, Sieger.
  • Reichstagswahl vom 25. Januar 1907: (keine Ergebnisse festgehalten)
  • Im Oktober 1903 reist Karl Fickert aus Elchweiler nach Deutsch-Ostafrika. Er errichtet dort Telegraphenlinien in das Innere des Landes
  • 12. Juni 1907 Berufs- und Gewerbezählung: (keine Zahlen)
  • Ende Juni 1909 Besuch des Großherzogs im Fürstentum: Schmißberg und Elchweiler nahmen am Empfang (1. Juli 1909) in Niederbrombach teil. Teilnehmer unter anderem der Musik- und Kriegerverein, Schulkinder, Lehrer.
  • 17. Oktober 1910 Besuch des Großherzogs in der Bürgermeisterei Niederbrombach
  • Schule und die Dorfgemeinschaften feiern zusammen Weihnachten
  • Sommer 1914: Ausbau des Ortsnetzes nach Anschluss an die Überlandzentrale, an Weihnachten brannte das elektrische Licht, allerdings nicht in der Schule, als Grund wird auf zu hohe zusätzlich entstehende Kosten verwiesen.

Der Erste Weltkrieg und die Jahre danach

Vorbemerkung: Lehrer Becker verfasst eine Kriegschronik, deren inhaltliche Wiedergabe an dieser Stelle einen zu breiten Raum einnehmen würde. Sie wird in einem eigenen Beitrag in dieser Chronik festgehalten. Die Orts-Kriegsgeschichte von Elchweiler-Schmißberg befindet sich auf den Seiten 112 bis 133 der Schulchronik, Band I.

  • 1. August (Samstag) 1914: Befehl zur Mobilmachung. Wunsch auf Frieden. „Möge uns das neue Schuljahr (1915/16) den ersehnten Frieden bringen, der unserem lieben Vaterlande eine sichere Zukunft verbürgt und unsere Lieben draußen wieder glücklich in die Heimat zurückkehren läßt! Ehre dem Andenken der auf fremder Erde für Kaiser und Vaterland gefallenen Helden!“ (Chronik I, S. 63).
  • Papiersammlung der Schulkinder für Strohsackfüllungen. Lieferung an die Garnisonsverwaltung in Saarbrücken.
  • Anpflanzen von Sonnenblumen (Erhöhung des Fettbestandes)
  • Seit Beginn des Krieges sind bis April 1916 26 Männer aus den beiden Dörfern im Heeresdienst.
  • Von Westen her tönt dumpf der Kanonendonner herüber.
  • Gebet (Kriegsostern 1916): „Segne Gott die deutschen Waffen,/ daß sie Schutz und Schirm uns schaffen!/Gib Gesundheit den Soldaten,/ frischen Mut zu neuen Taten!/ Führe sie von Sieg zu Siege,/ Mach ein Ende allem Kriege!/ Tröste alle, die da leiden,/ Weil ein Lieber mußte scheiden!/ Gib uns allen täglich Brot,/ Wehr im Lande bittrer Not!“.

1916: Getreideernte fällt „befriedigend aus“

  • 1916: Die Getreideernte fällt befriedigend aus, die Kartoffelernte hat einen kleinen Ausfall.
  • Weitere Sammlungen: Weißblech, Brennesseln, Obstkerne, Weißdorn, Bucheln (Bucheckern). Mit dem Geld sollen Bücher für die Schulbibliothek angeschafft und Geld an die U-Boot-Mannschaften überwiesen werden.
  • 12. bis 16. Februar 1917: Alle Schulen im Fürstentums sind geschlossen, um Kohle zu sparen
  • Schlacht um Verdun tritt in die entscheidende Phase, man hofft auf einen „Sieg mit Gottes Hilfe“
  • 1917/18: Sammlung von Obstkernen (30 kg), Altmetall (einige kg), Brennesseln (35 kg), Weißdornfrüchte (12 Pfund Mehlbeeren). Der Ertrag von 3,80 Mark geht an die U-Boot-Spende
  • 3. März 1918: Vaterländische Unterhaltungsveranstaltung für die Angehörigen der Schüler, gestaltet von den Schulen Elchweiler-Schmißberg und Böschweiler.
  • Im Osten: Waffenstillstand? Gibt es Frieden? Rumänien: Frieden? – Im Westen: „Riesenkampf“
  • 8. November 1918: Revolution in Deutschland, die Landesfürsten danken ab. Es entsteht eine Republik mit demokratischer Regierung.
  • 11. November 1918: Unterzeichnung des Waffenstillstands. Das Feldheer kehrt in die Heimat zurück.


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Dieser Artikel ist Teil der im Herbst 2022 erschienenen Schmißberger Dorfchronik „Schmißberg 1367 bis 2022“. Die Chronik mit mehr als 230 Seiten kann zum Preis von 23 Euro bei Ortsbürgermeister Rudi Weber (06782 – 40439) erworben werden.


Nach Erstem Weltkrieg: Franzosen besetzen auch Elchweiler-Schmißberg

  • Demobilisierung. Besetzung des linken Rheinufers. Französische Besatzung auch in Elchweiler-Schmißberg
  • 18. Januar 1921: Feier zum Andenken: „50 Jahre Deutsches Reich“.
  • Herbst 1922: Schöffen- und Gemeinderatswahlen. Das Ergebnis (nicht angegeben) führt auch zu Änderungen im Schulvorstand
  • Hoffnung, dass die wirtschaftliche Notlage bald vorbei sein wird. Sie erfüllt sich noch nicht.
  • Januar 1923: Einmarsch der Franzosen ins Ruhrgebiet. Passiver Widerstand der deutschen Behörden, vor allem der Eisenbahn. Geldentwertung. „Handel und Wandel“ stocken. Pflichttreue Beamte müssen die Heimat verlassen oder kommen ins Gefängnis. Höhepunkt: 1923. „Billionengehälter“ für welche die Beamten nicht einmal mehr die nötigsten Lebensmittel einkaufen können. Für deutsches Geld bekamen die Beamten nichts mehr. Französische Franken, amerikanische Dollar und holländische Gulden waren die allgemein gebräuchlichsten Zahlungsmittel. Für ein halbes Monatsgehalt bekam der Lehrer nur ein Paar Schnürsenkel.

1925: Rentenmark wird eingeführt

  • Besser wurde es mit der Einführung der Rentenmark. Zitat (Chronik I, S. 85): „… und als um die Jahreswende einen Billionenmarkschein wieder eine Goldmark oder Grundmark war, konnte man freudiger in die Zukunft blicken.“ Separatistische Bestrebungen, das linksrheinische Gebiet an Frankreich abzutreten. „Ein freies deutsches Wort genügte, um als Verbrecher behandelt zu werden und in der Gefängniszelle, von franz. Gewehren bewacht, zu schmachten. Eine Zeit des „Faustrechts“ war wieder da, die aber auch durch stilles, zähes Deutschsein glücklich überwunden wurde.“ (Chronik I, S. 85): 16. und 17. Juni 1925: Volks- und Berufszählung. Schmißberg: Wohnhäuser: 13 (Elchweiler: 22), Familien: 13 (Elchweiler: 27), Einwohner: 60 (minus 8) (Elchweiler: 122 (plus 20)
  • Herbst 1927: Das langjährige Schulvorstandsmitglied und früherer Schöffe (Bürgermeister) Karl Christmann aus Elchweiler verstirbt. Würdigung auf Seite 92 der Chronik I.
  • 1928: Gemeinderatswahlen, damit auch Veränderungen im Schulvorstand (Schulchronik I, S. 93)
  • 22. März 1929: Elternabend: Aufklärung zur Neueinführung der Sütterlinschrift und des neuen Handarbeitslehrplans (Schulchronik I, S. 93).
  • 1. Juli 1930: Schule und Gemeinde feiern den Abzug der französischen Besatzung aus dem Rheinland. Abbrennen eines Freudenfeuers, Ansprache und Gesang.

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Die Zeit von 1933 bis 1945

Am 30. Januar 1933 wird in der Reichstagswahl Adolf Hitler zum Reichskanzler gewählt. Am 5. März 1933 findet die letzte Reichstagswahl statt. Bei ihr erringt die NSDAP die Mehrheit. „Anstelle der marxistischen Weltverbrüderungspolitik trat die nationale Erhebung! Möge der neue Kurs unserem armen Vaterlande nach 19 unsäglich traurigen Jahren eine bessere Zeit bringen!“ (Chronik I, S. 101/102)

Weiter schreibt Lehrer Heidrich: „Als am 21. März (1933) der neue Reichstag zum ersten Male in der Garnisonskirche zu Potsdam zusammentrat, (das Reichstagsgebäude war in den letzten Februar- bzw. ersten Märztagen von einem holländischen Kommunisten in Brand gesteckt worden) da war für ganz Deutschland ein Feiertag. Lehrer und Schüler hörten am Rundfunk die erhebende Feier, und manchem Kämpfer aus dem großen Kriege traten die Tränen in die Augen, als er die Worte des greisen Feldmarschalls und die des Reichskanzlers Adolf Hitler hörte, und manchem zuckte es beim Klange der Militärmusik, die vom Potsdamer Paradeplatz zu uns herüberschallte, in den zerschossenen oder vom Rheumatismus gequälten Beinen! Das wart ein Gruß aus alter Zeit!

31. März 1933: Schulfrei wegen Fackelzug in Birkenfeld

Der Abend des 31. März 1933 (der Tag war dienst- und schulfrei) vereinigte uns nach einem Fackelzug in Birkenfeld bis zu später Stunde. Solche Tage, solche Stunden der Begeisterung kannte die verflossene Zeitepoche nicht. Und nun an die Arbeit! Möge es dem festen Willen und der idealen Gesinnung unserer heutigen Führer vergönnt sein, mit uns, mit unserem geliebten Vater- lande zum Lichte zu dringen! An Stelle der schwarz-rot-goldenen Flagge weht wie- der schwarz-weiß-rot, daneben die Hakenkreuzfahne.“

  • Im Laufe des Schuljahres 1933/34 werden die beiden Dörfer Schmißberg und Elchweiler zu einer politischen Gemeinde verschmolzen.
  • 1936/37: Der Ortsvorsteher, früher „Schöffe“ genannt, erhält den Titel „Bürgermeister“, der Bürgermeister des Bürgermeistereibezirks wird mit „Amtsbürgermeister“ betitelt.
  • Erster Bürgermeister von Elchweiler-Schmißberg wird der Achatbohrer Reinhardt Ranft. Er wird im April 1934 in sein Amt eingeführt.
  • 1936/37: Die „hiesige“ Bauernschaft legt eine Brechkaul für Flachsanbau an. Der Flachs wird von den Schülern gerupft.
  • 1. April 1937: Der (oldenburgische) Landesteil Birkenfeld wird preußisch, die zuständige Bezirksregierung hat ihren Sitz in Koblenz. Der neue Landkreis Birkenfeld, Kreissitz Birkenfeld, entsteht aus dem früheren Kreis Baumholder und dem Kreis Birkenfeld. Einwohnerzahl: 95.000. Erster Landrat: Herbert Wild, Idar, der vorher Regierungspräsident der Provinz Birkenfeld war. Wild ist gleichzeitig Kreisleiter der NSDAP.
  • In die neugegründete Schulgemeinde wurden als Vertreter der Elternschaft berufen: 1. Karl Schneider, Schmißberg, 2. Frau Erna Finck, Elchweiler. Vertreter der Hitlerjugend: Name fehlt
  • 13. März 1938: Anschluss Österreichs an Deutschland. (s. Chronik I, S. 140) 99 prozentiger Zustimmung!
  • 1. Oktober 1938: Annexion des Sudetenlandes, Verhandlungen in München gingen voraus. (Einzelheiten s. Chronik I, S. 142)

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Chronik wird auch während des Zweiten Weltkrieg weitergeführt

  • 22. März 1939: Litauen tritt das „geraubte“ Memelland an Deutschland ab. Deutschland hat jetzt eine Fläche von 630.000 Quadratkilometern, Einwohnerzahl: 80 Millionen.
  • Herbst 1938: häufige und längere Einquartierungen. Der Schulsaal ist bis zum 11. November 1939 mit Truppen belegt. Ab 13. November 1939 wieder frei.
  • 1. September 1939 bis 15. Februar 1940: ununterbrochene Einquartierung von Truppen
  • Außenpolitische Rückschau des Lehrers auf das Schuljahr 1939/40 (s. Chronik I, Seiten 145–147)
10 bis 14-jährige „Pimpfe“; Hitlerjugend und BDM-Mädels von Elchweiler, Schmißberg und Niederhambach vor dem Gasthaus Fickert in Elchweiler (Ende der 1930er-Jahre).

1939: Zweiter Weltkrieg beginnt

  • 1. September 1939: Beginn des Zweiten Weltkrieges
  • Juli 1941: 14-tägiger Unterrichtsausfall, da kein vorschriftsmäßiger Luftschutzraum vorhanden ist
  • 1. September 1941: Aufhebung der Schulstelle Elchweiler-Schmißberg bis zur Fertigstellung eines Schulneubaus auf Anordnung der Schulabteilung in Koblenz. Seit dem 3. Mai 1943 findet für die Klassen 1 bis 4 Unterricht im alten Schulhaus statt.
  • 1. Oktober 1945: Wiederaufnahme des Volksschulunterrichts nach 13 Monaten Unterbrechung
  • Schuljahr 1949/50: Große Fruchtbarkeit; Getreide, Gemüse und Obst in ungewöhnlicher Fülle. Um der großen Wasserknappheit der vergangenen Jahre Abhilfe zu verschaffen, wurde im Ortsteil Elchweiler im Sommer und Herbst eine neue Quelle am Fuß des Stabsbergs gefasst.
  • Die Flurbereinigung in der Gemarkung Elchweiler-Schmißberg steht kurz vor dem Abschluss. Große Unzufriedenheit, jeder glaubt, er sei benachteiligt worden.
  • Herbst 1954: Die Flurbereinigung ist abgeschlossen, der Ausbau des neuen Wegenetzes noch nicht.
Lore, Tochter von Lehrer Heidrich als Postbotin (etwa 1942).
Dieses Gruppenbild zeigt die Schüler und Schülerinnen im Jahr 1948 mit ihrer Lehrerin Fräulein Herder. In der ersten Reihe (von links) sind Elke Fickert, Ingrid Schneider, Erich Hüster, Horst Werle, Hildegard Hüster und Ilsa Schuch zu sehen. In der zweiten Reihe (von links) Elke Eifler, Adolf Schuch, Hans Günter Hüster, Gisela Hüster, Dora Müller, Anita Böß, Herbert Engel und Gottfried Hüster, in der dritten Reihe Horst Ranft, Elfriede Werle, Norbert Eifler, Hilde Müller, Hans Werle, Thea Mayer, Helmut Böß, Lilli Schuch, Berthold Barth, Lore Ding sowie Kurt Ding und hinten stehen (von links) Werner Heylmann, Christel Hüster, Renate Wilhelm, Betty Becker, Renate Molter, Walter Eigner, Sieghilde Conrad, Winfried Caspari, Leni Barth und Horst Hüster.

Trennung von Schmißberg und Elchweiler auch in Schulchronik Thema

  • Juli 1955: Kreis-Landjugendtag in Elchweiler
  • Seit 1956 immer wieder Bestrebungen, die Ortsteile Elchweiler und Schmißberg in zwei selbstständige Gemeinden zu trennen. Noch keine Entscheidung des Innenministeriums in Mainz.
  • Pläne zur Verlegung der B 41 auf der Strecke Elchweiler–Burbach. Beide Dörfer sollen umgangen werden. Die Arbeiten sollen „in Kürze“ beginnen.
  • Weihnachtsfeier 1958 im festlich geschmückten Schulsaal. Teilnahme aller Familien. Kaffeetrinken, Aufführung des Märchenspiels: „Wie Schneewittchen bei den Zwergen Weihnachten feierte“ durch die Schulkinder. Ortsbürgermeister Richard Molter war Gast, zwei Angehörige der amerikanischen Armee sangen die Weihnachtslieder in ihrer Sprache mit.
  • Elchweiler-Schmißberg ist trotz größter Sparsamkeit eine der ärmsten Gemeinden des Kreises (Stand: 31. März 1958). Große finanzielle Verpflichtungen: Rückzahlung eines (zinslosen) Darlehens von 1.950 DM für den Umbau und die Instandsetzung des Schulhauses.
  • Ein vom Land zugesagter Zuschuss wurde nicht ausbezahlt. Die Schlüsselzuweisung von DM 3.050 reicht nicht einmal aus, um die Kreisumlage (1.800 DM und 1.890 DM ) zu bezahlen
  • Außerdem fallen an: 1.100 DM für Beförderungskosten, 1.800 DM für Holzwerbungskosten, 2.000 DM für Kulturkosten und 2.880 DM für den eigenen Grundbesitz.

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1958/1959: Regierung legt Antrag auf Trennung von Elchweiler und Schmißberg zunächst ab

  • 1958/59: Die Bezirksregierung lehnt den Antrag auf Trennung der Doppelgemeinde ab.
  • 1958/59: Um Geld zu sparen betätigen sich die an der Flurbereinigung Beteiligten am Ausbau der Flurwege.
  • Heftiger Streit um die Trennung der beiden Dörfer, die den Zustand vor 1933 erreichen wollen
  • Ab 1. Januar 1962 ist laut Landtagsbeschluss die Doppelgemeinde aufgelöst. Es bestehen wieder zwei selbstständige Gemeinden. Beauftragte bis zur Wahl der neuen Gemeindevertretungen: Beigeordneter Finck, Elchweiler und der bisherige Bürgermeister Molter, Schmißberg.
  • Bürgerversammlungen in beiden Gemeinden, um Wahlausschüsse zu bilden und gleichzeitig den Wahlvorstand zu wählen.
  • Neues Ehrenmal für Elchweiler und Schmißberg (Chronik II, Seite 64)
  • 6. September 1965: Aufhebung der einklassigen Simultanschule Elchweiler- Schmißberg mit Wirkung vom 8. Januar 1965. (Schreiben der Bez. Reg. Koblenz) Elchweiler-Schmißberg gehört von nun an dem Schulbezirk der evangelischen Bekenntnisschule Birkenfeld an. Die Schulkinder müssen nun nach Birkenfeld zum Schulunterricht.

Das Wetter – Beobachtungen aus der Schulchronik

Bis einige Jahre nach dem 2. Weltkrieg war Schmißberg ein von der Landwirtschaft geprägtes Dorf. Der Zeitpunkt für die Aussaat und die Ernte waren oft vom Wetter abhängig. Aber auch der Schulunterricht war betroffen, weil die älteren Schüler häufig zuhause mithelfen mussten. Die Ferien mussten des Öfteren der Wetterlage angepasst werden. Naturkatastrophen wurden ebenfalls in der Chronik vermerkt.

  • 1887: Schlechte Witterung, Regen
  • 1888: Starke Regenfälle, die Heuernte musste verschoben werden
  • Januar/Februar: metertiefer Schnee

Bericht über das Unwetter vom 28. Juli 1895

„Ein Unwetter, wie es unsere Gegend, so lange sie bewohnt ist, kaum je gesehen hat, suchte uns am 28. Juli dieses Jahres heim. Lassen wir das Bild folgen, das unsere Orte und Umgegend nach dem Naturereignis darboten.

Denken wir uns auf den nahen Krausberg, so stehen wir mitten in der Zerstörung. Die hübschen Lärchen, die denselben zierten, sind teils ausgerissen, teils geknickt, ja, manche zwei bis dreimal gebrochen. Ganz so sieht es mit den sich in der Nähe befindenden Tannenbeständen aus. Die zähen Bäume sind gemäht – nichts als hohe Tannenstoppeln blieb stehen als Spur des Mähers, der hier seine Arbeit verrichtete!


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Unwetter zerstört Obstbäume – hohe Sturmschäden

Die ganze Umgebung hat die schönsten Obstbäume eingebüßt, am meisten die Gemeinde Schmißberg, die einen Schaden von mindestens 3.000 Mark zu beklagen hat. Welche Kraft der orkanartige Sturm besaß, sieht man daran, daß starke Bäume abgedreht und einige hundert Meter weit fortgeführt wurden. Daß bei einem solchen Sturme das gerade auf Kasten sich befindende Korn wie Spreu zerstreut wurde, daß es den im Freien stehenden Heuschobern schlimm erging, ist begreiflich.

Die noch im Halme stehende Gerste und der Hafer wurden so gepeitscht, daß sie teilweise kaum die Saat liefern. Einzelne Besitzer haben über 100, andere sogar über 200 Garben eingebüßt. Was den Gebäudeschaden anbetrifft, so hatte das Dorf Rimsberg unstreitig am meisten zu leiden. Fast ohne Ausnahme sind die Häuser demoliert. Ja, eine Scheune wurde ganz weggeweht, zwei andere ihrer Dächer beraubt. Weniger groß waren die Zerstörungen der Gebäude in Schmißberg und Elchweiler, obgleich auch da fast jedes einigen Schaden erlitten hat.

Lehrer notieren Unwettertage

Ein Glück war es, daß der Unglückstag ein Sonntag und infolgedessen niemand auf dem Felde war, sonst hätten wir auch sicherlich einige Menschenleben zu beklagen. Möge uns Gott vor ähnlichem Unglück bewahren!“

  • 1896/97: Unwetter
  • Herbst 1900: Schlechtes Wetter. Die Herbstferien wurden um 8 Tage verlängert, da die Kartoffelernte unterbrochen werden musste.
  • Spätsommer 1904: Große Hitze und Trockenheit. Großer Wassermangel. Fischsterben im ausgetrockneten Molkenbach (Elchweiler).
  • Herbst 1905: Schlechtes Wetter. Beschreibung auf den Seiten 43 bis 47 der Chronik I.
  • 1916/17: Regnerisches Erntewetter
  • 12. bis 26. Februar 1917: Strenge Kälte. In Birkenfeld wurden am 3. auf den 4. Februar -20 Grad Celsius gemessen.
  • 16. Januar 1918: Gewaltige Schneeschmelze, bedingt durch anhaltende Regenfälle, führte zu Hochwasser, besonders der Nahe. Schäden an Ländereien und Häusern. Das Eisenbahnunglück bei Kirn, das überregional beschrieben wurde, ist auf den Seiten 71–72 der Chronik I dargestellt.
  • Juni 1918: Winterliches Wetter an einigen Tagen
  • Juli 1918: Heißester Tag seit drei Jahren: +33 Grad Celsius
  • 18. bis 23. Juli 1921: Große Hitze
  • 1922: Schlechtes Herbstwetter

1923: Eingeschränkter Unterricht wegen Winter

  • Ab Neujahr 1923: Große Kälte; eingeschränkter Unterricht wegen „Brandeinsparung“
  • In der Nacht vom 29. zum 30. Dezember 1925: Wolkenbruchartiger Regen; talabwärts große Schäden in Burbach und Niederbrombach; eingerissene Brücken, weitere schwer beschädigt.
  • Monatsmittel Februar 1929: -8,3 Grad Celsius
  • 1933/34: Kalte Wintertage; in der Lehrerwohnung maximal +8 Grad Celsius; Klage des Lehrers auf Seite 105/106 der Chronik I.
  • Januar bis März 1942: strenger Winter
  • Schuljahr 1954/55: Von Mitte Juni bis in den Spätherbst ununterbrochenes Regenwetter; anfangs milder Winter, ab März viel Schnee und Kälte; ab Ende März: warmes Frühlingswetter
  • Schuljahr 1955/56: 1956 sehr strenger Winter. Seit der Durchführung meteorologischer Messungen wurden noch nie zuvor Tiefstwerte solchen Ausmaßes erreicht.
  • Schuljahr 1962/63: 1963 sehr strenger Winter; sehr hoher Schnee; Schule nur zu Fuß erreichbar; der Schulrat blieb mit seinem Auto im Schnee stecken, die Schüler mussten ihn freischaufeln. Zur Belohnung gab es keine Hausaufgaben! (s. a. Zeitungsnotiz: „Reh war festgefroren“, Chronik II, S. 66).


Dorfchronik

Dieser Artikel ist Teil der im Herbst 2022 erschienenen Schmißberger Dorfchronik „Schmißberg 1367 bis 2022“. Die Chronik mit mehr als 230 Seiten kann zum Preis von 23 Euro bei Ortsbürgermeister Rudi Weber (06782 – 40439) erworben werden.


Krankheiten – Todesfälle – Gesundheitsfürsorge

  • 1885: keine Krankheitsfälle
  • 1886: Zwei Schüler länger erkrankt
  • 1887: Einige Wochen lang ein Katarrh
  • 1887: Sohn des Lehrers stirbt an Hirnschlag
  • 1888: Einige Schüler leiden an hartnäckigem Katarrh
  • 1888/89: Zahlreiche Schüler sind an Masern erkrankt
  • 1894 (Anfang): „Diphteritis-Epidemie“; Ein Schüler (fast zehn Jahre alt) verstirbt
  • 1903/04: Ein Mädchen wird wegen Epilepsie in eine Anstalt in Bielefeld eingewiesen
  • 1904: Viele Kinder an Keuchhusten erkrankt; einige Kinder starben vor Erreichen des schulpflichtigen Alters
  • 1914 (Ab Mitte Januar): Röteln-Epidemie; auf Beschluss des Landarztes wird die Schule für drei Wochen geschlossen; im März viele Erkältungskrankheiten
  • Schulärztliche Untersuchungen: 1915 ausgefallen; am 13. April 1916 Untersuchung der Schüler von Elchweiler-Schmißberg, Böschweiler und Rimsberg durch den Schularzt Medizinalrat Dr. Schmid, Idar, mit sehr gutem Ergebnis

1917/1918: Gesundheitszustand von Schülern ist schlecht

  • 1917/18: Der Gesundheitszustand ist „schlecht“. Eine Schülerin ist an Typhus erkrankt, mehrere Kinder im Februar und März an Röteln. Die Spanische Grippe grassiert auch in Deutschland; Ein Todesopfer in Elchweiler; in beiden Dörfern sind mehrere Schüler daran erkrankt. Im November 1918 tritt die Spanische Grippe erneut auf. Im November wird die Schule wegen der Spanischen Grippe geschlossen.
  • Sommerhalbjahr 1921, 1922, 1923: Guter Gesundheitszustand der Schüler nach der „gesundheitlichen Besichtigung“ durch den Schularzt
  • Im Januar 1924 verstirbt die Tochter von Lehrer Antes im Alter von vier Monaten an einem Herzschlag.
  • 1927: Masernepidemie; Schule vom 14. bis 28. Juli 1927 geschlossen
  • 1929: Trotz des strengen Winters guter Gesundheitszustand der Schüler
  • 23. Juni 1931: Landesarzt untersucht die nach Impfung aufgenommenen Schüler. Ende des Schuljahres: Guter Gesundheitszustand der Schüler
  • 13. Februar 1933: Landesarzt Dr. Braun stellt nach Untersuchung einen recht zufriedenstellenden Gesundheitszustand fest; acht Kinder erhalten eine Jodbehandlung, sechs Kinder erhalten seit Weihnachten 1932 Lebertran.
  • 23. Mai 1933: Impfungen durch den Landesarzt Dr. Braun
  • 14. Dezember 1933: Guter Gesundheitszustand der Schulkinder
  • 1934: Impfung in den Herbstferien
  • 18. Juli 1936: Schulärztliche Untersuchung
  • 1935/36: Kinderlandverschickungen durch die NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt)

Feiern, Gedenktage und besondere Ereignisse

Im Fürstenthum Birkenfeld, dem späteren oldenburgischen Landesteil sowie in der Zeit nach 1933 wurden bestimmte Feier- beziehungsweise Gedenktage „amtlich“ festgelegt. Je nach Lehrer sind die Einträge aber mehr oder weniger ausführlich, was auch an der Einstellung des Lehrers lag. Wer sich detaillierter dafür interessiert, kann dies in der Schulchronik nachlesen.

Gefeiert bzw. ihrer gedacht wurden stets die Geburtstage, Hochzeiten und Todes- oder Beisetzungstage der jeweiligen Herrscher bzw. herausragender Politiker im Reich, im Großherzogtum Oldenburg bzw. der späteren Provinz Oldenburg, das Birkenfelder Land, soweit es zu Oldenburg gehörte, eingeschlossen, im 3. Reich und in anderer Form in der Zeit nach 1945. Nun wurden weniger die „herrschenden Köpfe“ als vielmehr das Gemeinwesen herausgestellt.


Dorfchronik

Dieser Artikel ist Teil der im Herbst 2022 erschienenen Schmißberger Dorfchronik „Schmißberg 1367 bis 2022“. Die Chronik mit mehr als 230 Seiten kann zum Preis von 23 Euro bei Ortsbürgermeister Rudi Weber (06782 – 40439) erworben werden.


Besondere Tag: Großherzog besucht Niederbrombach

Zu den besonderen Tagen gehörten auch Besuche des Großherzogs im Fürstentum oder Volkszählungen und Wahlen. Sie werden in der zeitlichen Abfolge aufgeführt.

  • Sedansfeier
  • Tod des Großherzogs Peter (1900)
  • Besuch des Großherzogs
  • Volkszählung am 1.12.1900
  • Reichstagsstichwahl am 25.6.1903
  • Geburtstag des Großherzogs Friedrich August am 16. November 1905
  • Volkszählung am 1.12.1905
  • Silberhochzeit des deutschen Kaisers am 27.2.1906
  • Hochzeit des preußischen Prinzen Eitel Friedrich mit der oldenburgischen Herzogin Charlotte
  • Reichstagswahl am 25.1.1907, Stichwahl am 05.2.1907
  • Berufs- und Gewerbezählung am 12.6.1907
  • Besuch des Großherzogs im Fürstentum Ende Juni 1909
  • Kurzer Besuch des Großherzogs in Niederbrombach auf der Durchfahrt mit dem Auto nach Oberbrombach zur Einweihung der neuen Schule im Herbst 1910
  • Erinnerungsfeier (18.10.1913) zum Gedenken an die Befreiungskriege
  • Besuch des Großherzogs im Fürstentum Anfang Mai 1914
  • Besuch der Schule am 18.7.1914 zu einem Lichtbilder-Vortrag in Birkenfeld. Thema: Die Freiheitskriege
  • Landtagswahl am 13.10.1916. Der Abgeordnete Mohr aus Bergen wurde wiedergewählt.
  • Volkszählung am 1.12.1916: Schmißberg hat 57 Einwohner, einschl. 3 Russen und 1 Militärangehörigen, Elchweiler 97, einschl. 5 Russen und 2 Militärangehörigen
  • Besichtigung eines abgestürzten feindlichen Flugzeugs bei Rinzenberg am 26.10.1917
  • Feier zur 400-jährigen Wiederkehr der Reformation am 31.10.1917
  • Volkszählung am 1.10.1919: Schmißberg 68, Elchweiler 102 Einwohner
  • Trauerfeier für den ermordeten Minister Rathmann am 01.7.1922
  • Verfassungsfeier am 11.8.1922
  • Jahrtausendfeier der Rheinlande am 11.7.1925
  • Verfassungsfeier am 11.8.1925
  • Verfassungsfeier am 10.8.1929
  • Zeppelinfeier am 5.9.1929

Weitere besondere Tage:

  • Schülergottesdienst anlässlich der Reformationsfeier am 31.10.1933 im Saale Frühauf in Niederbrombach
  • Feier zum 450. Geburtstag Martin Luthers am 10.11.1933
  • 1934: 1. Mai-Feier, die in den folgenden Jahren immer gefeiert wird
  • Tod des Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg am 2.8.1934 (Berichte und Fotos auf den Seiten 108–110 der Chronik I)
  • Adolf Hitler (Lehrer: „mit Hilfe des Allmächtigen“) vereint die Ämter des Reichstagspräsidenten und des Reichskanzlers in seiner Person
  • Mehr als 90 Prozent der Saarbewohner stimmen am 13.1.1935 für die Zugehörigkeit des Saargebietes zu Deutschland.
  • Rückkehr des Saargebietes nach Deutschland am 01.3.1935
  • Wiedereinführung der Allgemeinen Wehrpflicht durch Adolf Hitler am 16.3.1935
  • Die Hakenkreuzfahne wird Flagge des Deutschen Reiches im Herbst 1935
  • Hitler hebt die sogenannten Neutrale Zone auf, es gibt wieder deutsche Soldaten im Rheinland (7.3.1936)
  • Der Geburtstag des Führers, der 20. April, wird zum festen Feiertag

Schule und Unterricht, Schulhaus – Schulsaal, Lehrerwohnung und Schulland

Bevor in einer Gemeinde ein Schulhaus vorhanden war, fand der Unterricht in Privathäusern statt, die von der Gemeinde angemietet wurden. Die Gemeinde war nicht nur für die Bereitstellung eines Schulsaales zuständig, sondern auch für die Bezahlung der Lehrer. Entscheidende Verbesserungen traten ein, als im Fürstentum Birkenfeld nach 1817 das Schulwesen zu neuer Blüte gelangte und zahlreiche neue Schulhäuser gebaut wurden. Nach dem geregelten Schulwesen in der Badener Zeit (1776 bis 1795) verfiel dies, als die Franzosen das linke Rheinufer eroberten (1795).

1846 wurde das erste Schulhaus für Elchweiler-Schmißberg gebaut, die Gemeinde Rimsberg wollte sich nicht daran beteiligen. So blieb es dabei, dass die „Schulacht“ (Schulgemeinschaft) nur für Schmißberg und Elchweiler begründet wurde. Die Entfernung zur Schule aus beiden Gemeinden betrug jeweils fünf Minuten Gehzeit.

1885: Lehrer beschreibt Schulhaus

1885 trägt Lehrer Crummenauer als Randnotiz auf Seite sechs in die Schulchronik ein: „Das Schulhaus ist 19,5 m lang und 9,35 m breit. Die Länge des Schulsaals beträgt 8 m (früher nur die Breite 4,35 m und die Höhe 3,30 m).“ Auf Seite sieben schreibt er dann: „Das Schulhaus ist einstöckig und besteht aus Schulzimmer, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche und 2 Mansardenzimmer. Außerdem gehören dazu Stall und Scheune. Das Schulzimmer ist ca 8 m lang und 4 m breit und hat Thüren und 6 Fenster, die so angebracht sind, daß das Licht von 3 Seiten in den Schulsaal einfällt. (Früher war der Schulsaal nur halb so groß.)“

Im Schuljahr 1885/86 fanden Reparaturen an den Wohnräumen und einem Mansardenzimmer auf dem Speicher statt. 1886 wurde auf Anordnung der Regierung in Birkenfeld ein Abort angebaut, zwei Fenster des Schulsaals wurden für 200 Mark zugemauert. Weitere Einträge zu Arbeiten am Schulhaus und in der Lehrerwohnung finden sich für die Jahre 1888, 1895 und 1897 in der Schulchronik I.


Dorfchronik

Dieser Artikel ist Teil der im Herbst 2022 erschienenen Schmißberger Dorfchronik „Schmißberg 1367 bis 2022“. Die Chronik mit mehr als 230 Seiten kann zum Preis von 23 Euro bei Ortsbürgermeister Rudi Weber (06782 – 40439) erworben werden.


1914 bekam Schmißberg elektrisches Licht

Besondere Erwähnung findet in der Schulchronik das Jahr 1914, als im Sommer mit dem Ausbau des Ortsnetzes im Anschluss an die Überlandzentrale begonnen wurde und bis um Weihnachten das elektrische Licht in Schmißberg brannte. Das Schulhaus erhielt jedoch aus Rücksicht auf dadurch entstehende Kosten keinen Anschluss. Erst 1921 wird das Schulhaus mit elektrischem Licht versorgt. Kosten: 4000 Mark. Kosten für die Lampen und Glühbirnen der Lehrerwohnung hat der jeweilige Stelleninhaber zu tragen. 1915 wird im Schulsaal der Kamin erneuert und der Saal gestrichen. Kurz vor Ende der Weihnachtsferien (07.01.1921) “ … besuchten Diebe in einer Nacht von Samstag auf Sonntag den Schulsaal und entwendeten 2 Violinen und einige Kartons Christbaumschmuck.“ (Chronik I, S. 78).

1923 werden die Steinplatten in der Küche durch einen Holzbodenbelag ersetzt, mit „Dielen gebordert“. Auch in den folgenden Jahren werden immer wieder Reparaturen am Schulhaus und in der Lehrerwohnung ausgeführt beziehungsweise Anschaffungen genehmigt. Beispiel: 1933 erhält die Küche der Lehrerwohnung einen neuen Herd. (Einträge in der Schulchronik für die Jahre 1924, 1926, 1930, 1931, 1932, 1933, 1935).

Interessant ist ein Eintrag am Ende des Berichtes für das Schuljahr 1930/31. „Mit dem 1. April (1931) verläßt der Stelleninhaber (Hptl. Antes) die Schule, um die neuerrichtete II. Lehrerstelle in Kronweiler zu übernehmen. Beim Wegzug übernahm die Schulgemeinde sämtliche Brennstellen mit Lampen, Umschaltungen, Steckdosenleitungen, 2 Öfen mit Rohr, einen Anbau an das Hühnerhaus, engmaschige untere Gartenumzäunung, sowie alle Türschlösser, die vom Stelleninhaber aus eigenen Mitteln im Laufe der Jahre erstellt wurden.“ (Schulchronik I, Seite 97)

1937: Pläne für Neubau eines Schulhauses zerschlagen sich

Für das Jahr 1937 ist der Bau eines neuen Schulhauses in Schmißberg für Schmißberg, Elchweiler und Rimsberg geplant. Mit dem Übergang des oldenburgischen Landesteils Birkenfeld 1937 an Preußen wird der Plan hinfällig. Oldenburg war bereit gewesen, 50 Prozent der Kosten zu übernehmen.

„Was nun weiter wird, mag die Zukunft lehren. Jedenfalls ist der alte Bau in einem Zustand, der nicht mehr den geringsten Anforderungen genügt, die ein Erzieher des 20. Jahrhunderts und die 6- bis 14-jährige Jugend Adolf Hitlers zu stellen das Recht haben!“ (Schulchronik I, Seite 139)

1941 wird die Schulstelle Elchweiler-Schmißberg bis zur Fertigstellung eines Schulneubaus aufgehoben. Die Kinder müssen die Schule in Rimsberg besuchen. Allerdings können die Klassen 1–4 kurze Zeit später wieder in ihrer alten Schule unterrichtet werden.

  • 1.10.1945: Wiederaufnahme des Volksschulunterrichts nach 13 Monaten Unterbrechung
  • Schuljahr 1949/50: Große Fruchtbarkeit; Getreide, Gemüse und Obst in ungewöhnlicher Fülle
  • Um der großen Wasserknappheit der vergangenen Jahre Abhilfe zu verschaffen, wurde im Ortsteil Elchweiler im Sommer und Herbst eine neue Quelle am Fuß des Stabsbergs gefasst.

1943 ist der Zustand der Schule miserabel. Der Schulsaal ist aufgrund von Witterungseinflüssen unbrauchbar geworden. Abhilfe wurde dadurch geschaffen, dass in der Lehrerwohnung eine Mittelwand herausgenommen wurde, wodurch ein neuer Schulsaal entstand, der allerdings für alle Schüler zu klein ist.

1950/51 wird das Schulhaus umgebaut. Aus dem bisherigen Schulsaal wird eine Lehrerwohnung. Neu eingebaut wird in diese ein Badezimmer und eine Toilette mit Wasserspülung. Der frühere Schulsaal wird wieder als Unterrichtsraum hergerichtet. 1952/53 werden Verbesserungsarbeiten im Schulgarten durchgeführt. Im Herbst 1953 wird das Kopfsteinpflaster vor dem Schulhaus entfernt. 1956/57 werden der Klassenraum neu gestrichen und ein neuer Ofen für den Schulsaal angeschafft.

Der Schulsaal im Jahr 1950.

Dorfchronik

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Die Lehrer – Die Zeit vor 1884

Erst in der Oldenburger Zeit gab es in Elchweiler-Schmißberg an einem Lehrerseminar ausgebildete Lehrer. Als Elchweiler-Schmißberg zu Baden gehörte bzw. in der anschließenden französischen Besatzungszeit wurde der Unterricht von sogenannten Winterschulmeistern erteilt. Oft waren es Handwerker, die von den Gemeindevorstehern bestellt und von dem zuständigen Pfarrer genehmigt wurden. Meist wohnten sie zur Miete, ihr Lohn war dürftig.

Einer der ersten am Seminar in Birkenfeld ausgebildeten Lehrer, die an der einklassigen Schule in Elchweiler-Schmißberg unterrichteten, war Lehrer Schwinn, er wohnte zuletzt in Leisel. Auf ihn folgte Lehrer Hüter, jetzt Lehrer in Siesbach. Danach kam Lehrer Kley an die hiesige Schule. Er unterrichtete 25 Jahre in Elchweiler-Schmißberg. Nach seinem Tod wurde Lehrer Sohns sein Nachfolger, anschließend kam er an die Schule in Hambach. Nach seiner Versetzung unterrichteten die Lehrer Schwander, Deistel und Crummenauer in Elchweiler-Schmißberg.

Schwander und Deistel waren am Seminar in Colmar (Elsass) ausgebildet worden, Crummenauer an der Anstalt in Kaiserslautern. Im Herbst 1882 wurde die hiesige Schule für sechs Wochen geschlossen, Lehrer Schwander war während dieser Zeit beim Militär in Saarlouis. Im Herbst 1883 war Lehrer Deistel für sechs Wochen ebenfalls beim Militär in Saarlouis, die Schule wurde abwechselnd von den Lehrern Biehl, Böschweiler und Mayer, Rimsberg verwaltet.

Am 1. Juli 1884 wurde Lehrer Deistel nach Kronweiler versetzt. Lehrer Crummenauer aus Richweiler übernahm die Schule. Allerdings fiel der Unterricht längere Zeit aus, da Crummenauer an einem Kehlkopfkatarrh litt. Während der Militärdienstzeit von Lehrer Crummenauer wurde die Schule von Lehrer Biehl verwaltet, die vorgesehenen Lehrer Mayer und Link konnten aufgrund von Krankheit beziehungsweise häuslicher Verhältnisse die Verwaltung nicht übernehmen.

Lehrer wechselten ständig

Die ersten Einträge in die Chronik der hiesigen Schule nahm Lehrer Crummenauer vor. Außer der Beantwortung der von der Behörde in Birkenfeld vorgeschriebenen Punkte, führt er zu seinem Gehalt in der Chronik I, Seite 6/7 das Folgende aus: „(Gehalt 700 Mk nebst freier Wohnung, Schulwiese, Garten u. 75 Mk Brandentschädigung.) Das vollständige Gehalt hiesiger Lehrerstelle beträgt Mk 800 (Gehaltsklasse III.) Kirchliche oder sonstige Ämter sind mit der hiesigen Lehrerstelle nicht verbunden.“

Mit Anfang Oktober 1885 wurde Lehrer Crummenauer nach Niederwörresbach bei Herrstein versetzt. Nachfolger wurde Lehrer Ludwig Link, der vorher in Dienstweiler tätig gewesen war. Er wurde am 1. Oktober 1888 nach Achtelsbach versetzt. Unmittelbarer Nachfolger auf der hiesigen Schulstelle wurde Lehrer Rothfuchs. Seine Ausbildung hatte er am Lehrerseminar in Nürtingen (Württemberg) erhalten. Nach bestandener I. Dienstprüfung erhielt Rothfuchs als Hilfslehrer eine Stelle in Oberbrombach. Vom 16. August 1886 bis zu seiner Versetzung nach Elchweiler-Schmißberg war er II. Lehrer in Sötern. Am Ende des Schuljahres 1892/93 wurde er bereits wieder versetzt, diesmal nach Kronweiler.

An dieser Stelle sei eine Bemerkung des Autors dieses Beitrags für die Chronik von Schmißberg erlaubt. Die Schule wurde, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nie sehr lange von einem Lehrer betreut. Das lag sicherlich nicht an den beiden Gemeinden, viel eher an der zuständigen Behörde in Birkenfeld. Man bemühte sich zwar um Vertretungen durch Lehrer einer Nachbarschule, was immer mit Kürzungen des Unterrichts verbunden war, oder man schickte Schulamtsanwärter an die Schule in Elchweiler-Schmißberg. Dieser Zustand dauerte bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts.

“ … es läßt sich als nicht vermeiden, daß die III. Schulstellen zum Schaden der Schule stetem Lehrerwechsel unterworfen sind, solange das System der 3 Schulklassen bestehen bleibt.“ (Schulchronik I, Seite 42).


Dorfchronik

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Lehrer wurden auch zum Militärdienst herangezogen

Zurück zum weiteren Ablauf der Besetzung der hiesigen Schule. Nach der Ver-setzung des Lehrers Rothfuchs nach Kronweiler wurde die Verwaltung der Schulstelle an den Schulamtskandidaten Otto Becker aus Obertiefenbach übertragen. Am 15.10.1892 wurde Becker nach erfolgreicher Absolvierung des Seminars in Kaiserslautern (Abschluss der Ausbildung am 14.07.1892) die Lehrerstelle in Elchweiler- Schmißberg übertragen.

1896 nahm Becker an einer militärischen Übung in Aachen teil, er wurde durch Schulverwalter Hahn vertreten. 1897 nahm Lehrer Becker erneut an einer vierwöchigen militärischen Übung teil, diesmal wurde er durch Schulver- walter Veeck aus Burg-Birkenfeld vertreten. 1897 gibt es schon den nächsten Wechsel: Im Herbst des Jahres wird Lehrer Paulus Schulverwalter der Schulstelle Elchweiler-Schmißberg nachdem er fünf Monate zuvor eine Stelle in Oberstein verwaltet hatte.

1898 wird Lehrer Paulus nach Niederwörresbach versetzt, die vakante Stelle an der hiesigen Schule wird mit dem Schulamtskandidaten Otto Becker aus Mörschied besetzt. Dieser erhält am 1. Januar 1899 als seine erste die Lehrerstelle in Elchweiler-Schmißberg, nachdem er am 3. Dezember 1898 das Seminar zu Künzelsau (Württemberg) absolviert hatte. Im Herbst 1900 wird er nach Gollenberg versetzt.

Die Schulstelle in Elchweiler-Schmißberg wird an den Schulamtskandidaten Emil Taffe aus Niederbrombach zur Verwaltung übergeben. Nachdem Taffe im Frühjahr 1900 das Seminar zu Nagold (Württemberg) absolviert hatte, erhielt er am 1. Oktober 1900 als seine erste die Schulstelle an der hiesigen Schule. Vom 20.10.1901 bis zum 1. April 1902 musste er die Schule in Rimsberg mitverwalten, da der dortige Lehrer Bauer nach Birkenfeld versetzt worden war. Am 1. April 1902 wird Taffe zum Militär nach Koblenz einberufen, die Schule wird vom 14. April bis zum 13. September 1902 von Lehrer Veeck aus Burg-Birkenfeld verwaltet.

20 Lehrerstellen waren im zuständigen Schulbezirk vakant

Am 1. Oktober 1902 bekommt Elchweiler-Schmißberg einen neuen Schulverwalter: Otto Ruppenthal. Er wird am 1. September 1903 zum Lehrer an der hiesigen Schule ernannt. Am 1. Juli 1904 kann er sich über eine persönliche Zulage von 100 Mark durch die Gemeinde freuen. Zum 1. Mai 1905 wird Lehrer Ruppenthal nach Hettenrodt versetzt.

Vom 8. Mai 1905 bis zum 24. Juli 1905 wird die Schule durch Lehrer Veeck, Böschweiler verwaltet. Danach wird die Schulstelle mit dem Schulamtsbewerber Adolf Röhrig aus Niederbrombach besetzt. Als er versetzt wurde, übernahm Schulamtskandidat Weber die Verwaltung der Schule. Er hatte seine Ausbildung am Lehrerseminar in Straßburg „genossen“.

Am 1. Oktober 1906 wird Lehrer Richard Wieschke, bisher an der Schule in Herrstein, Lehrer in Elchweiler-Schmißberg. Nach längerer Krankheit verstirbt Lehrer Wieschke am 1. Januar 1908. Da die Schulstelle der hiesigen Schule wegen Lehrermangels im Fürstentum Birkenfeld – 20 Stellen waren vakant – nicht besetzt werden konnte, wurde Lehrer Veeck, Böschweiler, erneut mit der Verwaltung der Schule betraut, was natürlich wie in ähnlichen Situationen zuvor mit Unterrichtskürzungen verbunden war.

Von 1908 bis 1913 war die Schulstelle verwaist, in dieser Zeit fand keine Besetzung mehr statt. Die Kinder werden zeitweise in Böschweiler, zeitweise in Elchweiler-Schmißberg unterrichtet. Eine gewisse Verbesserung tritt ein, als am 1. August 1913 die Schulstelle dem Schulamtskandidaten Rudolf Becker aus Idar übertragen wird. Seine Ausbildung hatte er an der Lehrerbildungsanstalt in Kaiserslautern erhalten.

Lehrer Reitenbach, Lehrer an der Schule Rimsberg, musste mit Beginn des Ersten Weltkrieges, wie viele andere Kollegen auch, zum Militärdienst einrücken. Die Schulkinder aus Rimsberg wurden der Schule in Elchweiler-Schmißberg zugewiesen. Für kurze Zeit – 13. November 1914 bis 18. Januar 1915 – wurde Lehrer Rudolf Becker ebenfalls einberufen, wegen eines Augenleidens aber wieder entlassen. Unterricht konnte in dieser Zeit nicht erteilt werden.


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Die Lehrer während des Ersten Weltkrieges

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges ist Rudolf Becker der Lehrstelleninhaber der Schulgemeinschaft Elchweiler-Schmißberg. Ab dem 1. September 1915 wird er zusätzlich mit der Verwaltung der Schule in Böschweiler betraut, was erneut zu Unterrichtskürzungen führt. Auch 1915 werden die Kinder aus Rimsberg in Elchweiler-Schmißberg eingeschult. Als der Lehrer der Rimsberger Schule zu Ostern 1916 aus dem Heeresdienst entlassen wird, kehren die Schulkinder aus Rimsberg an die dortige Schule zurück.

Die Schule Böschweiler wird weiterhin von Lehrer Becker betreut, so auch im Schuljahr 1916/17. Ausnahme: 16. Juni bis 18. September als der zum Hilfsdienst beurlaubte Seminarist Klein aus Wilzenberg die Schule in Böschweiler verwaltete. Im September 1916 legt Lehrer Becker seine Hauptprüfung ab und erhält hiermit die unwiderrufliche Anstellung als Lehrer, bleibt aber bis auf weiteres als Lehrer an der hiesigen Schule. Nach Kriegsende übernimmt ab 5. Dezember 1918 Lehrer Veeck wieder seine Schule in Böschweiler.

Die Lehrer nach dem Ersten Weltkrieg in der Nachkriegszeit: 1919 bis 1933

Zum 1. April 1919 wird Lehrer Rudolf Becker zum Hauptlehrer der dreiklassigen Schule in Niederwörresbach ernannt. Bis zum 15. Mai 1919 ist die Schulstelle in Elchweiler-Schmißberg verwaist. Vom 15. Mai bis zum 15. Juli 1919 wird die Schule von Hauptlehrer Veeck, Böschweiler, mitverwaltet. Am 15. Juli 1919 wird der Schulamtskandidat Ernst Zwetsch aus Brücken mit „… der Wahrung der Geschäfte der Schule beauftragt. Wegen der Schwierigkeit mit Kost mußte derselbe jeden Tag von Brücken mit dem Rad zur Schule.“ (Schulchronik I, Seite 75).

Am 1. August 1919 folgte ihm der Schulamtskandidat Paul Antes aus Niederbrombach. „Da aber von einem Ausbildungskurs für Kriegsteilnehmer in Kaiserslautern sieben Kriegsteilnehmer- Schulamtskandidaten aus der Provinz Birkenfeld kamen, wurde der Schulamtskandidat Paul Antes aus Niederbrombach mit der Wahrung der Geschäfte der Schule vom 1. August an beauftragt. Derselbe fuhr mit dem Rad jeden Tag nach Hause. Im Winterhalbjahr ging er an den Tagen, an denen mittags Unterricht war, bei Christmann in Elchweiler in Kost.“ (Schulchronik I, Seite 75)

Schulklasse mit Lehrer Antes 1919.

Dorfchronik

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Zwölf Jahre Amtszeit in Schmißberg waren „erstaunlich lange“

Vom 3. Mai bis zum 5. Mai 1920 legt Paul Antes seine Hauptlehrerprüfung in Birkenfeld ab. Nach seiner Hochzeit kann er die Lehrerwohnung in Elchweiler-Schmißberg erst ab dem 1. Januar 1921 beziehen. Die Wohnung war zwischenzeitlich an eine Familie, die durch die herrschende Wohnungsnot keine andere Wohnung bekommen hatte, vermietet. Am 28. November 1922 wird der Lehrer auf die Reichs- und Landesverfassung vereidigt. Mit dem 1. April 1931 verlässt Lehrer Paul Antes die hiesige Schule, um die neuerrichtete II. Lehrerstelle in Kronweiler zu übernehmen. Er war fast zwölf Jahre Lehrer in Elchweiler-Schmißberg gewesen, erstaunlich lange, denkt man an die häufigen Wechsel in der Vergangenheit.

Ab Ostern 1931 wird Walter Heidrich, der vorher fünfeinhalb Jahre Lehrer in Abentheuer gewesen war, neuer Lehrer an der hiesigen Schule. Er trägt mehr als jeder Lehrer vor ihm, das politische Geschehen in Deutschland detailliert in die Chronik ein. Aus seiner Sympathie für die Nationalsozialisten macht er aus welchen Gründen auch immer keinen Hehl.

Die Lehrer – Die Zeit von 1934 bis 1945

Hauptlehrer Walter Heidrich ist nun bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges für den Unterricht in Elchweiler-Schmißberg verantwortlich. Seine Einträge zeichnet er ab dem Ende des Schuljahres stets mit „Heil Hitler!“ Seine linientreuen Berichte zur Politik der Nationalsozialisten sind Ausdruck eines Zeitgeistes, dem auch Lehrer Heidrich huldigt. Sehr kritisch ist seine Darstellung der Wohnverhältnisse in der Lehrerwohnung. „Das hiesige Schulhaus eignet sich wohl als Schafstall; einem Lehrer des 20. Jahrhunderts zuzumuten, darin zu wohnen mit Frau und Kindern, einem Manne, der sich während 4 russischer Winter die Knochen vollständig verfroren hat u. mit Rheumatismus geplagt ist, das ist doch, gelinde gesagt, unzeitgemäß. Kein warmes Plätzchen im Hause! Doppelt schlimm für heute, wo doch der Lehrer, um allem gerecht zu werden, täglich 4 Stunden am Schreibtisch sitzen sollte!“ (Schul- chronik I, Seite 105/106)

Lehrer beschwerte sich über Arbeitsverhältnisse

Vom 23. September bis zum 15. Oktober 1935 macht Walter Heidrich als Reserveleutnant a.D. eine Übung beim Artillerieregiment Hannover in Hildesheim. Er wurde darauf zum Leutnant d. B. des Reichsheeres ernannt. Die Unterrichtsvertretung (vier Tage, der Rest fiel in die Ferien) übernahm Lehrer Becker aus Niederbrombach. 1936 nimmt der Lehrer an einem Luftschutzkursus in Birkenfeld teil, im Januar 1937 an einem achttägigen Lehrgang für Offiziere in Bad Schwalbach. Die Vertretung übernahm Lehrer Crummenauer aus Rimsberg. Am 9. September 1938 erkrankte Lehrer Heidrich an einem Gallenleiden, infolgedessen musste er bis zum 12. November 1938 dem Dienst fernbleiben. Seine Vertretung übernahm teils Lehrer Fries aus Niederhambach, teils Lehrer Crummenauer aus Rimsberg. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wird am 9. August 1939 Hauptlehrer Walter Heidrich zum Wehrdienst einberufen. Mit seiner Vertretung wird Lehrer Schöpper, Birkenfeld beauftragt. Er setzt die „Außenpolitische Rückschau“ im Sinne seines Vorgängers fort.

Lehrer Heidrich mit Querflöte und Akkordeon.

Sein Bericht zum Schuljahr 1939/40 endet mit dem 15. Februar 1940. Übrigens ohne den Hitlergruß. Mit „Gesehen“ gezeichnet wird er erst am 8. Februar 1952 durch Schulrat Wintermeyer. (Mit Seite 147 endet der 1. Teil der Schulchronik. Die Einträge zu den Schuljahren 1940/41 ff. folgen in Teil II der Schulchronik.)


Dorfchronik

Dieser Artikel ist Teil der im Herbst 2022 erschienenen Schmißberger Dorfchronik „Schmißberg 1367 bis 2022“. Die Chronik mit mehr als 230 Seiten kann zum Preis von 23 Euro bei Ortsbürgermeister Rudi Weber (06782 – 40439) erworben werden.


1940: Lehrer wohnte in Abentheuer

Ab dem 1. April 1940 kommt der Schulamtsbewerber Eduard Bohr an die Schule in Elchweiler-Schmißberg. Er stammte aus Gerlfangen, Kreis Saarlautern (heute wieder Saarlouis), einem kleinen Grenzdorf, das er bei der Räumung des Grenzstreifens im September 1939 verlassen musste. Bevor er an die hiesige Schule kam, verwaltete er die Schulstelle in Achtelsbach. Bohr wohnte in Abentheuer, den Weg von dort zur Schule legte er mit dem Fahrrad zurück. Zusätzlich musste Bohr ab dem 1. August 1940 die Schule in Rimsberg mitverwalten. Am 25. Juni 1940 legte Eduard Bohr die 2. Lehrerprüfung ab. Weil kein vorschriftsmäßiger Luftschutzraum vorhanden war, fiel im Juli 1940 für 14 Tage der Unterricht aus.

Ab September 1941 kommt Lehrer Baumgart an die Schule Elchweiler-Schmißberg. Bereits 1942 wird er nach Oberhambach versetzt. Sein Nachfolger wird im Schuljahr 1942/43 Lehrer Taffe aus Birkenfeld, der zum Ende des Schuljahres (13. Juli 1944) wieder nach Birkenfeld zurückversetzt wird. Ab dem 16. Juli 1944 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges wird Lehrer Schöpper die Lehrerstelle in Elchweiler-Schmißberg innehaben.

Am 1. Oktober 1945 wird überall im Land der Volksschulunterricht wiederaufgenommen. So auch in Elchweiler-Schmißberg.

Die Lehrer – Die Zeit von 1945 bis 1965

Zur vorläufigen Verwaltung der hiesigen Schule wird Lehrer Gierden von der Schule in Heimbach/Nahe bestellt. Er kehrt aber kurze Zeit später wieder nach Heimbach zurück.

Pausenspiel mit Besatzungssoldaten.

Am 24. November 1945 übernimmt E. Herder den Unterricht. Zunächst muss sie auch die Schule von Rimsberg mit verwalten. Aufgrund einer Erkrankung fällt sie vom 28. Januar bis 20. Februar, vom 18. bis 24. März und vom 12. Juni bis 31. Juli 1946 für den Unterricht aus. In den Schuljahren 1946/47 bis 1948/49 ist Frl. Herder Lehrerin in Elchweiler-Schmißberg. Zu Beginn des Schuljahres 1949/50 wird Frl. Herder an die evangelische Volksschule in Birkenfeld versetzt. Unmittelbarer Nachfolger an der hiesigen Schule wird Adolf Conradt aus Hammerstein.

Im Schuljahr 1951/52 erkrankt Lehrer Conradt und muss vom 20. Juni 1951 bis Ostern 1952 vertreten werden. Vertreter sind: Lehrer Mais aus Niederhambach bis zum 14. Januar 1952 mit drei Stunden pro Woche, danach, ebenfalls mit drei Stunden pro Woche vom 22. Januar bis zum 4. Februar 1952 Rektor Lier, Lehrer Schuler und Lehrerin Edelmann, alle aus Birkenfeld. Ab dem 5. Februar 1952 bis zum Ende des Schuljahres wird der Schulamtsanwärter Erwin Schmidt aus Baumholder eingesetzt.

Lehrer wurden oft versetzt

Im Schuljahr 1952/53 unterrichtet Lehrer Schreiber in Elchweiler-Schmißberg. Lehrer Adolf Conradt zeichnet alle Berichte der Schuljahre 1951/52 bis 1956/57 ab. Zu Beginn des Schuljahres 1957/58 wird Adolf Conradt nach Idar-Oberstein versetzt. Für drei Wochen nimmt Lehrer Altvater die Vertretung wahr. Danach erhält die Schule eine neue Lehrerin: Frl. Schött. 1958/59 ist sie in Elchweiler-Schmißberg Lehrerin, am Ende des Schuljahres wird sie an die Heilpädagogische Sonderschule in Idar-Oberstein versetzt. Ab dem Schuljahr 1960/61 heißt die neue Lehrerin Frl. Rautenberg. Sie ist aus Wolfstein/Pfalz gebürtig. Nach 2 Jahren wird sie auf eigenen Wunsch am 1. August 1964 nach Ludwigshafen/Rhein versetzt. Bis zum 31. Oktober 1964 nimmt Lehrer Boller die Vertretung an der hiesigen Schule wahr.

Mit Schreiben der Bezirksregierung Koblenz vom 6. September 1965 wird die einklassige christliche Simultanschule Elchweiler-Schmißberg aufgehoben. Von nun an gehört Elchweiler-Schmißberg dem Schulbezirk der evangelischen Bekenntnisschule Birkenfeld an.

Schulbus nach Birkenfeld

Dorfchronik

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Die Schüler

In der Schulchronik werden in den Jahresberichten die Namen der Schülerinnen und Schüler entweder am Anfang unter den Neuaufnahmen oder am Ende unter den aus der Schule Entlassenen aufgeführt. Stellvertretend für viele Jahrgänge werden im Folgenden eine Reihe von Fotos zum Teil mit Angaben der abgebildeten Personen wiedergegeben.

Schulklasse des Jahres 1900; Mit auf dem Bild sind Emil und Otto Finck, August Eifler aus Schmißberg, Karl Hüster, Luise Eifler aus Schmißberg, Luise Engel aus Schmißberg und August Engel aus Schmißberg
Schulbild mit Lehrer Heidrich, um 1933.

Schülerzahlen

Bei diesen Angaben handelt es sich grundsätzlich um die Kinder, die zur Schulgemeinschaft Elchweiler-Schmißberg gehörten und in einer der Klassenstufen (Unter-, Mittel-, Oberstufe) unterrichtet wurden. Auf eine grafische Darstellung wird verzichtet, die entscheidenden Veränderungen werden im Folgenden zum Ausdruck gebracht.

Schulbild mit Lehrerin Herder, um 1933.

Der Verfasser der Ausführungen zu dem Punkt Schülerzahlen hat alle Jahre von 1884 bis 1965 – die Zahlen liegen praktisch vollständig vor – ausgewertet. Namen der Schüler, welche die jeweiligen Lehrer genannt haben, können den beiden Teilen der Schulchronik entnommen werden. Die jeweiligen Lehrer haben sie allerdings sehr unterschiedlich festgehalten. Glücklicherweise gibt es auch Klassenfotos mit den Namen der Schülerinnen und Schüler. Sie werden in diesem Beitrag zur Schulchronik an anderer Stelle abgebildet.

Schule kannte drei Stufen

Unterrichtet wurden die Schulkinder in der einklassigen Schule von Elchweiler-Schmißberg in drei Abteilungen, und zwar entsprechend ihrem Alter:

  • Unterstufe (1.–2. Jahrgang)
  • Mittelstufe (3.–6. Jahrgang)
  • Oberstufe (7.–8. Jahrgang)

Schulpflichtig waren die Jungen ab sechs Jahren, die Mädchen zunächst ab acht Jahren, später auch ab sechs. 1885 zählt die Schule 32 schulpflichtige Kinder, zwölf aus Schmißberg, 20 aus Elchweiler. Bis auf ein Kind, das katholisch ist, gilt: “ … alle übrigen Schulkinder bekennen sich zur evangelischen Confession.“ Seit Ende der 1880er Jahre fällt die Schülerzahl kontinuierlich, um sich ab Mitte der 1890er Jahre wieder zu stabilisieren.

Pause in der Schule, Schüler sitzen auf der Treppe und essen Schulbrote.

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Schülerzahlen schwankten

Ab 1903 steigen die Schülerzahlen wieder an und erreichen das Niveau vom Ende der 1890er Jahre, die Zahlen halten sich bis 1912 in etwa gleicher Höhe (1911/12: 32), fallen aber danach wieder etwas ab (1913/14: 25). Zu Beginn des Ersten Weltkrieges wieder Anstieg auf 32 Schüler, während des Ersten Weltkrieges liegen die Zahlen sogar etwas darüber 1915: 36, 1918: 37 Schüler. Das bleibt so bis zum Schuljahr 1920/21 (34 Schüler, 17 Jungen und 17 Mädchen). Von da an gehen die Zahlen wieder zurück, um im Schuljahr 1925/26 einen Tiefpunkt zu erreichen (17 Schüler).

Ab 1931 erholen sich die Zahlen wieder und bleiben in etwa konstant: Schuljahr 1937/38: 30 Schüler. In den Jahren 1938/39 und 1939/40 besuchen etwas weniger Schüler die Schule, ab 1940/41 steigen die Zahlen wieder und erreichen über 29 Schüler (1940/41), 1942/43: 30 Schüler, 1943/44: 35 Schüler einen Höchststand im Schuljahr 1944/45 mit 48 Schülern. Leider gibt die Chronik keine Auskunft darüber, wie viele Schüler evtl. in diesen Zahlen enthalten sind, die zum Beispiel aus Großstädten wegen der Bombenangriffe evakuiert wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehen die Zahlen wieder zurück. In den Schuljahren 1955/56 und 1956/57 erreichen sie mit jeweils acht Schülern einen Tiefpunkt. 1961 bis 1964 werden dann noch einmal 20 bis 23 Schüler in der Schulgemeinschaft Elchweiler-Schmißberg gezählt, bevor dann ab 1965 alle Kinder nach Birkenfeld in die Schule gehen müssen.

Abschied von alter Schule (Foto H. Brucker).

Ausflüge und Wandertage

Zu Beginn der Aufzeichnungen wurden die Wandertage nach Altersgruppen abgestuft, zu Fuß absolviert, später kamen Eisenbahn und Busse als Transportmittel dazu. Gelegentlich wurden Ausflüge auch mit dem Fahrrad unternommen, was bei den früheren Verkehrsverhältnissen ungefährlicher als heute war. Im 3. Reich gab es anstelle der Wanderungen sog. Turnmärsche, die der Ertüchtigung der Jugend dienen sollten. Beschränkten sich anfänglich die Ausflüge auf Ziele in der näheren Umgebung von Schmißberg, führten sie allmählich auch in die weitere Umgebung, zum Beispiel zum Hambacher Sauerbrunnen oder zum Erbeskopf. Nach und nach strebte man entferntere Ziele an. Wanderungen wurden über mehrere Jahre lang als „Spaziergänge“ bezeichnet.


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Schulausflug führt nach Idar-Oberstein und zur Frauenburg

Bereits 1884 ist von einer Fußtour nach Oberstein (Felsenkirche, Burgruinen) und Idar die Rede. Sie wurde zusammen mit den Schulen von Rimsberg, Kronweiler und Sonnenberg durchgeführt.

1885 machen dieselben vier Schulen einen „Spaziergang“ zur im Preußischen (!) gelegenen Frauenburg. Den Tag verbringen die Schüler mit Gesang und Spielen, der Lehrer hält eine patriotische Rede. Zurück geht es über Nohen und Rimsberg nach Elchweiler. Am 9.November 1885 besucht die Schule eine Menagerie in Birkenfeld.

1886 unternimmt die Schule einen Ausflug zum Sauerbrunnen. Es wird gesungen und gespielt, wegen der großen Hitze wird der Ausflug abgekürzt. Über Hattgenstein und Heupweiler geht es zurück nach Schmißberg. Am 2. September 1887 will man „nicht weit weg“, zur Frauenburg. Wegen starken Regens steigt man nicht zur Burgruine hinauf. Hin- und Rückweg legt man längs der Nahe über Rimsberg und Kronweiler zurück.

Schüler machten Ausflüge zur Wildenburg und an den Rhein

In den folgenden Jahren finden sich keine Einträge. Erst 1908 wird ein Ausflug zur Wildenburg erwähnt. Am 10. Juni wandert die Schule zum Erbeskopf, von dort geht es über Allenbach weiter nach Idar und Oberstein. Ein Ausflug zu einem weiter entfernt gelegenen Ziel führt am 21. Juli 1911 nach Bad Münster am Stein, zur Burg Rheinstein und zum Niederwalddenkmal, am 24. Juni 1912 nach Saarbrücken (St. Johann) und durch das „Ehrental“ auf die Spicherner Höhen. 1913 ist Burg Lichtenberg das Ziel, zusammen mit der Schule Böschweiler fährt man nach Schloss Dhaun.

In den Jahren 1919 bis 1921 sind die Ziele die Wildenburg, der Erbeskopf, die Lichtenburg und die Frauenburg. Am 26. Mai 1922 besucht die Schule das Museum in Birkenfeld.

Schulausflug an den Rhein am 22. Juni 1922.

Außer einem Ausflug am 22. Juni 1922 zum Rhein, zusammen mit der Schule Böschweiler, mit Besuchen der Burg Rheinstein, von Aßmannshausen und dem Niederwalddenkmal, wurden kleinere Ausflüge zur Burg Birkenfeld, dem Sauerbrunnen und den Hochwalddörfern unternommen. Im gleichen Jahr besuchten die Schüler die Ausstellung des Bienenzucht- und Obstbauverbandes in der Volksschule in Birkenfeld. 1923 führte der Wandertag zur Kirschweiler Festung und nach Gimbweiler, Wolfersweiler und Nohfelden, im Schuljahr 1925/26 und 26/27 kleinere „Spaziergänge“ in die Umgebung von Schmißberg und Elchweiler. Am 13. und 14. Juli 1925 folgte ein Ausflug nach Bundenbach. Am 13. Mai 1926 fuhr man nach Trier, am 6. April 1927 wurde der Film „Ben Hur“ in Birkenfeld besucht. Schloss Dhaun war das Ziel am 16. Mai 1927. Kleinere Ausflüge in die Umgebung auch 1928 und 1929.


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Saarbrücke ist ebenfalls ein Ausflugsziel

Am 10. Juni 1929 besucht man Saarbrücken sowie die Spicherner Höhen, wo sich im Krieg von 1870/71 Kämpfe abspielten und die Lichtenburg ist weiterhin ein beliebtes Ziel (16. Juni 1930). Am 25. August wird ein „Gang durch die Achat-Industrie“ verzeichnet, am 15. Dezember 1930 der Besuch der Geflügelausstellung in Birkenfeld. Auch in den nächsten Jahren sind der Erbeskopf, die Frauenburg und die Wildenburg beliebte Wanderziele.

Im Schuljahr 1932/33 werden zum ersten Mal die Turnmärsche veranstaltet. In den Jahren 1933, 1934, 1936 sind außer den „Spaziergängen“ in die nähere Umgebung Oberstein, Göttschied, Regulshausen, Idar, Wolfersweiler, Kronweiler, Reichenbach, Nohen, Dienstweiler und Birkenfeld Ausflugsziele. Ab dem Schuljahr 1935/36 ist der Besuch eines Landwirtschaftsfilms in Niederbrombach Pflichtveranstaltung. Vierteljährlich müssen auch 20 Pfennig per Schüler für die Anschaffung von Filmgeräten zur Versorgung der Schulen eingesammelt werden. Das Geld ist an die Reichsstelle für den Unterrichtsfilm abzuführen. (Anmerkung: Filme waren ein wichtiges Propagandamaterial während des Dritten Reiches.)

1937 Besuch am Niederwalddenkmal

1936 unternimmt die Schule einen zweitägigen Ausflug nach Kirn, Schloss Dhaun, Hennweiler, Sonnschied, Wickenrodt, Breitenthal, Mörschied, Herborn und Idar- Oberstein. Übernachtet wird in Breitenthal. 1937 gab es einen Ausflug zum Niederwalddenkmal. Neben kleineren Ausflügen besucht die Schule im Schuljahr 1938/39 Oberstein (Felsenkirche und Schlösser), Idar (Gewerbehalle) und Algenrodt, wo die Schüler durch die Artillerie-Kaserne geführt werden.

Für die Schuljahre 1939/40 bis 1947/48 gibt es keine Einträge in die Schulchronik. Erst ab dem Schuljahr 1948/49 tragen die Lehrer/Lehrerinnen wieder Ausflüge und Wandertage ein.

So fährt die Oberstufe in diesem Schuljahr drei Tage an den Rhein. Die besuchten Orte sind in Chronik II, Seite 12 festgehalten. Die Übernachtung erfolgt in den Ju- gendherbergen Bacharach und St. Goar. Das Geld hatten sich die Schüler durch Aufführungen von Theaterstücken verdient.

1950/51 fährt die Schule zusammen mit der Schule Leisel nach Frankfurt am Main und Wiesbaden. Der Preis pro Kind: DM 4,00. Geschwister zahlten nur den einfachen Preis. Eine zweitägige Radtour führt über den Hunsrück zur Wildenburg und nach Idar, wo die Feuerwehrhalle besichtigt wird. Übernachtet wurde in der Jugendherberge Morbach.

Auch Maria Laach war ein Schulausflugsziel

Von Frühjahr bis Herbst wird im Schuljahr 1952/53 jeden Monat eine Tageswanderung im Heimatgebiet unternommen. Ein Omnibus fährt die Schüler über den Hunsrück nach Maria Laach, die Heimfahrt führt über Koblenz entlang dem Rhein und durch das Nahetal zurück nach Elchweiler und Schmißberg. 1953/54: Wanderungen zum Fischerhof/Kronweiler, zum Neuhof und nach Enzweiler und Rötsweiler. Omnibusfahrt nach Neustadt/Weinstraße. 1954/55 gibt es wieder eine Fahrt an den Rhein, Wanderungen zur Frauenburg und zum Neuhof. 1955/56: Fahrt nach Frankfurt am Main, Wanderungen zum Hambacher Sauerbrunnen, zur Wildenburg und nach Burg-Birkenfeld. 1956/57: Wanderungen zum Hunnenring, nach Idar- Oberstein, zur Burg und Stadt Birkenfeld, dem Erbeskopf, der Lichtenburg und nach Kusel. 1957/58 bis 1959/60 keine Einträge.

1960/61 gibt es einen Ausflug nach Wolfstein/Pfalz, der ausführlich dokumentiert wird mit Fotos und Schülerberichten (Chronik II, Seiten 55–59).

Letzte Einträge gibt es für das Schuljahr 1963/64. Gemeinsam mit der Schule in Niederhambach werden auf der Hinfahrt in Mainz der Dom, in Wiesbaden die Kuranlagen und nach einer Fahrt mit der Sesselbahn das Niederwalddenkmal besucht.

Auf der Rückfahrt unternimmt man einen „Spaziergang“ zum Rheingrafenstein in Bad Münster am Stein. Mit einem Bericht vom Besuch des Spanischen National Circus in Idar-Oberstein enden die Einträge. (Schulchronik II, S. 85)

Unterricht und Unterrichtsmittel, Inventar der Schule, Neuanschaffungen

1884 beantwortet Lehrer R. Crummenauer für die Schule Elchweiler-Schmißberg die Punkte IV.5–7, die im Schreiben der Großherzoglichen Regierung in Birkenfeld vom 1. März 1884 gefordert werden.

Er schreibt: „Mit dem Beginn des neuen Schuljahres (1885–86) soll nach einer Verfügung der Großherzoglichen Regierung der am 10. Jan. 1885 erschienene Normallehrplan für die einklassigen Schulen unseres Fürstenthums dem Unterrichte zu Grunde gelegt werden und soll derselbe auch in seinem allgemeinen Teile für die mehrklassigen Schulen unseres Fürstenthums Geltung haben.“ (Schulchronik, Teil I, S. 7)


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Lehrbücher und Zeiten 1885

Dann fährt er fort: „Bis dato war im Winter Morgens und Nachmittags Schule, im Sommer fiel der Nachmittagsunterricht aus. Im Winter dauerte der Unterricht Vorm. Von 8–11, Nachmittags von 1–4. Im Sommer wurde unterrichtet von 7–11 Uhr Vorm.“ (S. 8) Die zur Zeit eingeführten Lehr- und Lernbücher sind:

  • Für Religion: Preuß. Bibl. Geschichte, Katechismus für Rheinhessen, Gesangbuch.
  • Für Deutsch: Hösters Fibel, Hösters Lesebücher für Mittel- und Oberklassen.
  • Für Rechnen: Die Hösterschen Rechenbücher Inventar der Schule (Chronik I, Seite 9):
  • Schulmöbel: 1 Katheder, 1 Schrank, 1 Schränkchen, 5 Schulpulte, 1 Bank, 1 Stuhl, 1 Ofen, 1 Ofenschirm, 3 Fenster, von denen sich jedoch bloß 1 in brauchbarem Zustande befindet.
  • Unterrichtsmittel: 1 Tafel mit Gestell, 1 Rechenmaschine, 1 … (?)brett, 1 Glo- bus, 1 langes Lineal, 1 Thermometer, Schwamm und Kreide, 1 Setzkasten C. Wandkarten und sonstige Unterrichtsmittel: 1. Wandkarte von Europa, Deutschland, Palästina, Fürstenthum Birkenfeld, die Planigloben; 2. Hösters Wandfibel fürs Lesen, Bilder für den Anschauungsunterricht, 8 Tafeln, Verlag v. Winkelmann; 3. Zeichenvorlagen (Landschaften von Haberkorn).
  • Ältere, nicht mehr in Gebrauch befindliche Bücher: 1. Die … von Krause (3 Bände.); 2. Linearzeichnen von Lamotte; 3. Lehrgang der deutschen Sprache von Diesterweg (2 Bände); 4. Rechnen, Handbuch von Diester- weg (2 Bände); 5. Leselehre v. Diesterweg (1 Bd.); 6. 1 Geometriebuch; 7. Gesanglehre v. Mainzl (1); 8. Landwirtschaft v. Schlipf (1); 9. Größen und Formenlehre v. Diesterweg. (1); Die genannten Bücher befinden sich in einem sehr schlechten Zustande; zum großen Teil sind sie ohne Deckel.
  • Neuere zum Gebrauch eingeführte Bücher: Bibel, Bibl. Gesch., Gesangbuch; die Lesebücher von Hösters, die Rechenbücher von Hösters und Röhm; Katechismus, Liederbuch für Schule u. Haus; Polock Realienbuch; Leit- faden fürs Turnen; Diesterweg Rechenbuch. Außerdem befinden sich in der Schule 1 Geige (d. h. die Fragmente einer ehemaligen Geige) und 1 Fahne mit Schärpe.

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1886 werden die Schulbänke repariert

1886 werden die schlechten Schulbänke („Subsellien“ = niedrige Sitzbänke) repariert, am 7. März 1887 wird eine neue Karte des Fürstentums Birkenfeld angeschafft. Im Schuljahr 1916/17 wird auf Antrag von Lehrer Rudolf Becker die Schulbibliothek durch eine Anzahl Kriegsbücher vermehrt, 1918/19 werden aus einem Teil des Erlöses aus Laubheu neue Bücher für die Schulbücherei angeschafft.

Im Schuljahr 1925/26 trägt der Lehrer ein: „Die Schule bekam wieder wie früher Gesetz- und Amtsblatt geliefert. Neu eingeführt wurden Zeugnishefte und Schülerbogen, für die Grundschule das Lesebuch „Der bunte Kranz“, für die Oberklasse an Stelle des Lesebuchs die Ganzschrift und die „Sütterlin Steilschrift“. Auf Veranlassung des Vors. vom Landeslehrerverein mit Unterstützung der Vorstandsmitglieder erhielt die Grundschule einen Lehrplan, der den neuen Aufgaben der Schule gerecht werden will. Richtlinien für den Religionsunterricht wurden ebenfalls herausgegeben.“ (Schulchronik II, S. 88):

Für das Schuljahr 1926/27 trägt der Lehrer ein: „Im Laufe des Schuljahres wurde ein heimatkundliches Lesebuch, das der Landeslehrerverein herausgab, für die Grundschule eingeführt, sowie ein neues Rechenbuch (Lauterbach) für alle Klassen. Die Karte des Landesteils B’feld erschien neu und kam in die Schule.“ (Chronik II, Seite 90)

Im Schuljahr 1932/33 stiftet Herr Peter Moosmann der Schule sieben Bücher teils naturkundlichen Inhalts.

Schulbücher nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg werden 1953/54 angeschafft: Anschauungsmaterial aus der heimischen Vogelwelt und Fröbel Bausteine für den Unterricht in der 1. Klasse. Im darauffolgenden Jahr folgen Ergänzungen: Rufer-Hefte, Anschauungs- material aus der heimischen Vogelwelt sowie Turngeräte: Medizinball, Fußballblase, Gehrungseil, Stafetten-Hölzer. Die Neuanschaffungen im Schuljahr 1955/56: Rechenmaschine, Naturlehre Baukasten, Karte von Deutschland, Federball, 2 Schläger mit Bällen. 1956/57: Lehmann: Rechenkarten für das 3. und 7. Schuljahr, Arthur Kern: Rechentafeln für das 1. Schuljahr, das Neue Testament mit Illustrationen; die Wandtafel wird neu gestrichen. 1959/60 wird eine Nähmaschine zur Erteilung des Handarbeitsunterrichts gekauft. (Chronik II, Seiten 47 und 48)

Zu erwähnen bleibt noch der Eintrag am Ende der Chronik: Am 29. Oktober 1964 finden Elternbeiratswahlen statt. Gewählt wurden: Werner Albrecht, Walter Eifler, Walter Ruppenthal und Sieghilde Becker.


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Unterrichtsausfall

Außer den im Kapitel „Schüler“ angeführten Unterrichtsausfällen, entstanden auch solche, die mit der Person des Lehrers verbunden sind. Nicht immer konnten Vertretungen durch Lehrer benachbarter Schulen erfolgen, dann musste der Unterricht, wenn auch nur für wenige Tage ausfallen. Gab es eine Vertretung, wurde der Unterricht an der hiesigen Schule gekürzt. Neben krankheitsbedingtem Ausfall oder aber auch der Wahrnehmung familiärer Termine musste der Lehrer einer Reihe von Verpflichtungen nachgehen, sei es, dass er an militärischen Übungen teilnehmen musste, sei es, dass er zum Kriegsdienst eingezogen war.

Im Ersten Weltkrieg wurde der Lehrer verpflichtet, zahlreiche Zählungen und Aufnahmen, zum Beispiel von Kartoffeln, Getreide oder Vieh durchzuführen sowie die Bestände zu überwachen. Außerdem musste er an Sitzungen, Konferenzen, Lehrgängen, Tagungen oder Arbeitsgemeinschaften, die seiner Fortbildung dienten, teilnehmen. Beispiele: Die Landeslehrerkonferenz 1920, Teilnahme an Knaben- und Mädchen-Turnkursen (1925 und 1926), er war einer der Prüfer bei der Schlussprüfung an der Landwirtschaftsschule in Birkenfeld (1926 und 1927).

1933 und 1934 nimmt der Lehrer an Kursen für Wehrsport teil, 1933 in Birkenfeld, 1934 in Oberstein. Für die Teilnahme an einem Lehrgang für Offiziere ist er im Januar 1937 beurlaubt. Bei Gericht war er Jugendschöffe. Eingesetzt war der Lehrer aber auch bei Volkszählungen und Wahlen, zum Beispiel zum Reichstag. Im 3. Reich nahm Lehrer Heidrich auch an zahlreichen lokalen und überregionalen Veranstaltungen der NSDAP teil.

Schulaufsicht und Schulvorstände der Schulgemeinschaft Elchweiler-Schmißberg

Im Schreiben der Regierung von 1884 werden unter Punkt IV.7 von den Lehrern Auskünfte zu den „Schulvorständen und Local-Inspektoren“ verlangt. Im Gegensatz zu den Schulaufsichtsbeamten der Regierung handelt es sich bei den Schulvorständen um ein Gremium, in dem Vertreter der jeweiligen Ortsgemeinden vertreten sind. Als Local-Schulinspektor ist ein Pfarrer Vertreter der übergeordneten Schulaufsicht. Für die Schulgemeinschaft Elchweiler ist dies der Pfarrer von Niederbrombach.


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Schüler an Ostern geprüft

In Punkt V.5 sollen außerdem außerordentliche Revisionen und Besuche sowie in Punkt V.6 Termin und Verlauf der Jahres-(Oster-) Prüfung notiert werden. Um es vorwegzunehmen: Zu Punkt V.5 finden sich keine nennenswerten Einträge, zu Punkt V.6 lediglich die Daten, kaum eine Bemerkung, wie solche Prüfungen verliefen. Spärlich sind auch die Ergebnisse der Prüfungen: Sie reichen von „mit Einschränkungen“ über „zufrieden“, „befriedigend“ bis zu einem sehr seltenen Lob („gut“) für die Tätigkeit des Lehrers. Geprüft wurden alle Abteilungen des jeweils gültigen Lehrplans. Dieser Prüfung mussten sich die von der Schule abgehenden Schüler unterziehen. Im Folgenden werden beispielhaft Einträge des Lehrers wiedergegeben. Der Titel „Bürgermeister“ ist für den Leiter der (heute: Verbandsgemeinde-) Verwaltung bestimmt, „Schöffe“ ist der jeweilige, heute Ortsbürgermeister genannte, Ortsvorsteher.

Lehrer R. Crummenauer, der erste Lehrer, der die geforderten Einträge vornahm, berichtet für das Jahr 1884: Orts-Schulinspektor (Local-Schulinspektor): Pfarrer Wolff, (korrekt: Nieder-) Brombach; Vorsitzender des Schulvorstands: Bgm. Fillmann, Niederbrombach; Mitglieder: Schöffe Mayer, Schmißberg, Schöffe Brenner, Elchweiler sowie als weitere von den Gemeinden gewählte Mitglieder: Jakob Hey, Schmißberg und Karl Hartenberger, Elchweiler. Dem Gremium gehörte immer auch der Lehrer an, 1884 Lehrer R. Crummenauer.

Die (Oster-)Prüfungen wurden mit Choral und Gebet eröffnet. Dann folgten die Prüfungen (1884 für vier Knaben und zwei Mädchen) in Biblischer Geschichte, Lesen, Schreiben, Aufsatz und Schönschreiben, Rechnen, Geographie, Geschichte und Gesang. In späteren Jahren auch in Naturlehre und Naturgeschichte. Häufig werden auch nicht mehr die einzelnen Fächer angeführt, es heißt dann: Prüfung sämtlicher Hauptfächer. Bei den Prüfungen anwesend waren die Mitglieder des Schulvorstandes. Auf eine Aufzählung der Namen wird hier und in den folgenden Jahren verzichtet, ebenso auf Änderungen in der Zusammensetzung des Gremiums. Die Namen können in der Chronik I nachgelesen werden, sie sind am Ende des Eintrags zu dem jeweiligen Schuljahr angegeben.


Dorfchronik

Dieser Artikel ist Teil der im Herbst 2022 erschienenen Schmißberger Dorfchronik „Schmißberg 1367 bis 2022“. Die Chronik mit mehr als 230 Seiten kann zum Preis von 23 Euro bei Ortsbürgermeister Rudi Weber (06782 – 40439) erworben werden.


1912: Schulwesen wird reformiert

Alle fünf Jahre fand eine sogenannten Kirchenrevision statt, für die Schule Elchweiler-Schmißberg in Niederbrombach. Am 5. September 1887 hatte Kirchenrat Haack die Leitung, in späteren Jahren Kirchenrat Lueg. In der Prüfung, die eineinhalb Stunden dauerte, mussten die Lehrer ihre Kenntnisse und ihr Wirken in den Abteilungen der Religion nachweisen.

1912 ist ein entscheidendes Jahr für das Schulwesen im Fürstentum Birkenfeld: Ein neues Schulgesetz tritt mit dem 1. Januar in Kraft. Die geistliche Ortsschulinspektion entfällt, ebenso die sogenannten (Oster-) Prüfungen. Die neue Stelle eines Kreisschulinspektors aber wird eingerichtet, der von nun an die Schulen besuchen wird. Unabhängig davon wird der Religionsunterricht aber auch von einem Pfarrer besucht, zum Beispiel Pfarrer Klos am 27. Februar 1919. Die obere Schulaufsicht nahmen wahr:

  • 1884 bis 1897: Herzogl. Geheimer Kirchenrat Heddäus, Birkenfeld
  • 1897 bis 1911: Pfarrer Müller, Birkenfeld
  • 1912 bis 1924: Kreisschulrat Klos, Oberstein
  • 1924 bis 1938: Kreisschulrat Scherer
  • 1950 bis 1963: Schulrat Wintermeyer (Anm. 1952: „Eintragungen in die Chronik nur d.d. Lehrer“)
  • 1963 bis 1968: Schulräte Velten und Simon

Schlussbemerkung

Wie für alle Kapitel dieses Beitrags zur Schulchronik gilt, es ist allen Lehrerinnen und Lehrern der Schule Elchweiler-Schmißberg dafür zu danken, dass sie auch nach dem Ende der Oldenburger Zeit die Schulchronik weitergeführt haben. Und so für die Nachwelt eine ausgezeichnete historische Quelle für die Gemeinden Schmißberg und Elchweiler geschaffen haben.


Disclaimer – Dorfchronik

Die im Herbst 2022 erschienene Schmißberger Dorfchronik stellt eine beeindruckende Lektüre dar. Die Dorfchronik erhellt nicht nur die Geschichte Schmißbergs ab der ersten urkundlichen Erwähnung 1367, sondern behandelt auch die zahlreichen archäologischen Funde aus keltischer und insbesondere auch aus römischer Zeit. Florian Tanz vom Fachbereich Klassische Archäologie der Uni Trier stellt in der Schmißberger Dorfchronik beispielsweise in einem reich bebilderten Aufsatz die Forschungsgeschichte und die zahlreichen Befunde aus dem heutigen Schmißberger Umfeld dar.

Dorfchronik behandelt auch gesellschaftliches Leben

Daneben enthält die Dorfchronik aber auch zahlreiche Texte von Schmißbergerinnen und Schmißbergern, die das gesellschaftliche Leben der Gemeinde in der Vergangenheit und der Gegenwart abbilden. Darunter beispielsweise Berichte über die Feste in der Gemeinde sowie der Umbau des Schmißberger Schlachthauses in eine Dorfkneipe.

Die Arbeiten an der Schmißberger Dorfchronik dauerten etwas zwei Jahre. Das Buch ist während der Dorfmoderation und der Corona-Pandemie entstanden, was ein Arbeiten in Präsenz erschwerte. Herausgeber der Dorfchronik ist der Verein für Heimatkunde im Landkreis Birkenfeld.

Das Cover der Schmißberger Dorfchronik

Die Dorfchronik mit mehr als 230 Seiten kann zum Preis von 23 Euro bei Ortsbürgermeister Rudi Weber (06782 – 40439) aber auch per Mail unter info@schmissberg.de erworben werden.


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